Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

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Maschinen zu verbessern und leistungsfähiger zu machen. 
Es war ihm gleich, wieviel eine Maschine gekostet hatte, 
oder wie neu sie war — sobald es sich zeigte, daß eine 
andere mehr leistete, wenn auch nur wenig, so stellte er 
sofort die neue ein und warf die frühere zum alten Eisen. 
Aus dieser Kombination von billiger, gefügiger Arbeit 
und leistungsfähigen Maschinen resultierte eine immer 
größere und billigere Produktion, die die Profite der 
Edgar Thompson-Stahlwerke beständig anschwellen ließ, bis 
sie 1877 die Höhe von 43%, Prozent erreichten. 
Die Profite waren so enorm, daß Carnegie mit seiner 
Eindrittel-Beteiligung an den Werken nicht zufrieden war. 
Er strebte jetzt nach persönlicher Herrschaft über das Unter- 
nehmen. Nach einer besonders erbitterten Streitigkeit 
wurde Coleman 1876 hinausgesetzt, und Andrew Carnegie 
kaufte seine Anteile; die näheren Umstände dieser Affäre 
sind aus keinem Gerichtsprotokoll zu ermitteln. Die 
Zwistigkeiten dauerten fort; "Thomas M. Carnegie und 
Phipps verkauften die Hälfte ihrer Anteile an Andrew Car- 
negie — warum sie es taten, darüber geben die Protokolle 
nicht die geringste Auskunft. Klomans kleiner Anteil von 
50 000 Dollar ging als nächster in den Besitz Andrew Car- 
negies über und ebenso die kündbaren Obligationen einer 
Anzahl kleiner Aktionäre, denen Carnegie kurzerhand mit- 
teilte, das Beste, was sie tun könnten, wäre: anzunehmen, 
was man ihnen anböte, 
Und so ging die Sache weiter. Thomas A. Scott — der 
große Scott — Carnegies alter Chef, geriet mit Carnegie in 
eine heftige Streitigkeit — die Carnegie sehr gelegen kam, 
denn Scott zog voller Ärger seine Kapitalien von der 
Edgar T’hompson-Stahlgesellschaft zurück und schwor, er 
wolle mit ihr nichts mehr zu tun haben. Und was wurde 
aus Thompsons Einlagen? Carnegie erwarb sie bald: beim 
Tode T'hompsons im Jahre 1874 entschlossen sich die Testa- 
mentsvollstrecker, Bargeld dafür zu nehmen, obgleich die 
Obligationen noch nicht fällig waren. Es befanden sich aber 
noch andere Obligationen und Aktien im Besitz von 
McCandleß, Shinn und John Scott. McCandleß starb 1879, 
und seine Witwe sah sich gezwungen, von Carnegie einen
	        
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