Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

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überzeugt von seiner Idee, ... daß ich ihn anwies, die Sache 
‚ns Werk zu setzen ... Er tat es, und fast von diesem "Tage 
an waren unsere Sorgen fort. Er hatte einen großartigen 
Erfolg erzielt, in der Stahlindustrie war man wieder einen 
Schritt weiter gekommen, und wir benutzen seine Erfindung 
noch heute... Vor allen Dingen muß der Fabrikant auf die 
Gleichartigkeit seiner Ware halten, auf die Gleichwertigkeit 
der Schienen, und das ist ohne die Erfindung von Jones 
nicht zu erreichen, soweit ich unterrichtet bin.“ 
Die ganzen Früchte der Erfindung erntete die Carnegie- 
Stahlgesellschaft; Jones selber wurde nur kurze Zeit nach 
seiner Entdeckung bei einer Hochofenexplosion in die Luft 
geschleudert und getötet. Die Erfindung wurde in Carne- 
gies Werken sofort ausgenützt, und sie war so wichtig, daß 
alle anderen Stahlfabrikanten von Bedeutung sie einführen 
und der Carnegie-Stahlgesellschaft schweren Tribut dafür 
zahlen mußten. Die Cambria-Eisengesellschaft indessen 
weigerte sich zu zahlen und berief sich darauf, das Deighton-, 
das Witherow- und andere Patente, die vorher angemeldet 
worden wären, enthielten in der Hauptsache das gleiche 
Verfahren oder ein ganz ähnliches. Die Carnegie-Stahl- 
gesellschaft reichte am 2. Dezember 1895 Klage ein wegen 
Patentverletzung und verlangte Schadenersatz; und als der 
Fall schließlich nach sechs Jahren von dem Höchsten Ge- 
richtshof der Vereinigten Staaten entschieden wurde, spra- 
chen fünf von den neun Richtern sich zugunsten der Car- 
negie-Stahlgesellschaft aus. 
Richter White vertrat die entgegengesetzte Meinung, der 
sich Oberrichter Fuller und die Richter Harları und Brewer 
anschlossen. Ihre Ansicht war: „Die Wirkung der eben ge- 
fällten Entscheidung ist derart, daß sie dem Patentinhaber 
(Carnegie) eine Stellung gibt, in der er, ohne selbst eine 
Erfindung gemacht zu haben und ohne ein gesetzliches 
Patent vorweisen zu können, von der Stahl- und Eisen- 
industrie Tribute erheben darf, sobald die Interessenten 
dieser Industrie ihre Werke vergrößern und mit der natür- 
lichen Entwicklung der modernen Industrie in vernünftiger 
and befriedigender Weise Schritt halten wollen.“ 
Das war im Jahre 1901. Kaum sieben Jahre später
	        
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