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Namen nicht erwähnt, aber doch durchblicken läßt, daß er
bei Eigenschaften wie Ehrlichkeit, Scharfsinn, Fleiß und
Geschicklichkeit als Grundlagen großer Vermögen an sich
selbst denkt. Es spielten jedoch außer den bereits erwähnten
Mitteln, wodurch Carnegie sich allmählich vom Telegra-
phisten zum Multimillionär aufschwang, noch gewisse
andere Faktoren eine zeugende Rolle.
Carnegies politischer Einfluß
Carnegie gab regelmäßig Beiträge für den Fonds der
‚epublikanischen Partei; er sagte auch keinen Ton gegen
Jie Korruption, die diese Partei entfaltete, als sie die
Stadt Pittsburg oder den Staat Pennsylvanien oder die Na-
tionalregierung beherrschte. Es erwartete auch kein ge-
scheiter Mensch, daß er etwas dagegen sagen würde; denn
seine Konzerne hatten ja Vorteile und Liebesgaben aller
Art von der bloßen Existenz der korrupten politischen Ma-
schinen. Außer einem hohen Zolltarif gab es eine bunte
Reihe anderer Wohltaten, die eine ihm und anderen Fa-
brikanten verpflichtete politische Partei nicht gut verwei-
gern konnte. Die Gesetze über Arbeiterschutzmaßregeln,
kürzere Arbeitszeit usw., die von den Arbeitern beantragt
wurden, konnten abgelehnt oder in kastrierter Form an-
genommen und dann nicht so, wie beabsichtigt worden war,
durchgeführt werden. Die Durchführung solcher Gesetze
bedeutete eine Mehrausgabe für den Fabrikbesitzer und
eine Verminderung der Profite; das Menschenleben war zu
billig, um Ausgaben für Schutzvorrichtungen zu recht-
fertigen. Auch im Fall eines Streikes der Arbeiter zur Ver-
besserung der empörenden Bedingungen, unter denen sie
arbeiteten und lebten, ließen sich die regierenden Macht-
haber unschwer beeinflussen, so daß sie Polizei und Mi-
litär zur eventuellen Niederschießung der Streikenden be-
»rderten.
Die Spenden für den Wahlfonds der politischen Parteien
wurden von Carnegie und seinen kapitalistischen Kollegen
als „Kapitalseinlagen‘“ betrachtet. Sie wurden nicht bloß
für die Bundeswahlen benötigt, sondern auch für die Wahl-