Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

21 — 
in ein kleines Kriegsschiff, mit Drehbrassen bewaffnet, 
verwandelt worden. Eine Anzahl anderer Boote war mit 
kleinen Haubitzen und Scheinwerfern ausgerüstet. 
Mit diesen furchtbaren kriegsmäßigen Vorbereitungen 
wurde mindestens sechs Wochen vor dem Streik begonnen. 
Pinkertons bewafnete Mietlinge 
Woher aber bekam man die bewaffneten Männer, um die 
Ausständigen einzuschüchtern und die Festungen zu be- 
mannen? Auch dafür war lange vorher gesorgt worden. 
Carnegie hatte einen jährlichen Kontrakt mit Pinkertons 
Detektivbüro — einem Institut, das als Spezialität die 
Lieferung bewaffneter Mietlinge betrieb: Meuchelmörder 
und andere wüste, gewissenlose Männer, die erbarmungslos 
schossen und töteten. Daß die Pinkertonschen Mietlinge 
schon lange vorher in Bereitschaft gehalten wurden, unter- 
liegt keinem Zweifel; diese Tatsache wurde später durch das 
Zeugnis von Frick und Robert A. Pinkerton ausdrücklich 
bestätigt. Sie gaben vor der Untersuchungskommission 
des Kongresses zu, es seien sogar schon vor der letzten Kon- 
ferenz zwischen der Carnegie-Gesellschaft und den Dele- 
gierten der Vereinigten Gewerkschaft der Eisenarbeiter 
Verhandlungen über die Zusendung der Pinkertonschen 
Mietlinge im Gange gewesen. 
Während diese grausigen Vorbereitungen zur offenen und 
systematischen Zerschmetterung der Arbeitervereinigung 
gemacht wurden, gründeten Carnegie und seine Kompagnons 
mit unerhörter Frechheit am ı. Juli 1892 eine neue Ge- 
sellschaft mit 25 Millionen Dollar Kapital, die Carnegie- 
Stahlgesellschaft, welche sämtliche Walzwerke, Hochöfen, 
Brückenbauwerke und Eisenerz- und sonstige Bergwerke 
Carnegies übernehmen und konsolidieren sollte. Frick wurde 
zum Präsidenten dieser Gesellschaft gemacht. = 4 
Das Gemetzel bei Homestead 
Fünf Tage später, am 6. Juli 1897, kamen. 300 Pinkerton- 
Leute in Homestead an. Sie waren auf einer Station am Ohio
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.