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Das sind durchschnittlich fünf im Monat oder mehr als
ainer in jeder Woche! Und die Verstümmelten wurden zum
alten Eisen geworfen, denn die Kapitalisten können nur
Leute mit voller Gesundheit brauchen. Im nächsten Jahre,
vom I. Dezember 1892 bis zum 30. November 1893,
passierten bei Carnegie 62 Unfälle, viele mit tödlichem Aus-
gang. Im nächsten Jahre waren es nicht weniger, und 1895
wurden neunzehn Arbeiter bei der Arbeit getötet und noch
viel mehr schwer verwundet,
Carnegie selber zeigte sich, je reicher er wurde, desto mehr
von übermächtiger Todesfurcht besessen; für seine Arbeiter
aber gab es keinen Tag und keine Stunde, wo sie nicht dem
Tode oder der Verstümmlung ins Auge sahen; das war in
ihrer unterbezahlten Arbeit mit inbegriffen. Und wie bei
Carnegie, so wurden auch bei den anderen Kapitalisten
Hunderte getötet oder verstümmelt. Und dann weigerten
die Unternehmer sich ohne Ausnahme, Unfallgelder zu
zahlen oder sonst etwas für ihre Opfer zu tun. Sie brachten
unfehlbar die Ausrede vor, die Unfälle seien „durch Fahr-
lässigkeit verschuldet“. Wenn der Verstümmelte oder seine
überlebende Familie klagten, wozu sie meist kein Geld und
keine Zeit hatten, so wurden ihnen fast immer Präzedenz-
entscheidungen vorgelegt, die ihnen „Fahrlässigkeit“ zur
Last legten. Sie gingen von den Gerichten weg und wurden
Bettler; ihre Söhne wurden oft dem Diebstahl, ihre Töchter
der Prostitution zugetrieben.
„Viele Unfälle, die der Fahrlässigkeit der Arbeiter zu-
geschrieben werden,“ so erklärte ein Fabrikinspektor auf
der achten Jahresversammlung der Internationalen Fabrik-
inspektoren-Vereinigung am 25. September 1894 zu Phila-
delphia, „fallen vielmehr den Unternehmern zur Last. Wo
Geländer und Schutzvorrichtungen von großem Vorteil
wären, erwartet man einfach von den Angestellten, daß sie
lediglich durch eigene Geschicklichkeit und beständige Auf-
merksamkeit Unfälle vermeiden. Man läßt Gefahren vieler
Art bestehen, bloß um die Kosten zu ersparen, die eine kleine
Schutzmaßregel verursachen würde.‘ „Gefährliche Ma-
schinen,“ sagt Watchorn weiter, „haben Tausende erschla-
gen, mangelhafte hygienische Maßnahmen, im Verein mit