Object : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

414

GlilECHENI.AND.  —  Finanzen.

Schuld.  Bekannt  sind  uns  folgende  Hauptposten  :
1)  Gezwungenes  Anlehen  von  5  Mill.  Piaster,  decretirt  1622.  Es  konnte
nur  zu  einem  sehr  kleinen  Theile  eingebracht  werden.  •

beide  5  proc.,  das  erste  im  Curse  von  59,  das  zweite  zu  55  Proc.  negozirt.  Es
sollen  nicht  ^inmal  250,000  it  in  die  Staatscasse  geflossen  sein.  Die  spätere
Regierung  verweigerte  dieser  Schuld  die  Anerkennung.  Vom  ersten  Anlehen
wurden  seij¡  dem  Juli  1820,  vom  2.  seit  dem  Juli  1827  keine  Zinsen  mehr  bezahlt.
Nach  einer  Angabe  vom  Sept  1804  wäre  die  neue  griech.  Regierung  bereit,  diese
Schuldgattungen  in  der  Weise  anzuerkennen,  dass  sie  45  Proc.  des  Capitals  und
15  Proc.  an  capitalisirten  Zinsen  zu  übernehmen  und  mit  5  Proc.  weiter  zu  verzinsen ­
  hätte.  Der  sich  hienach  ergebende  Gesammtbetrag  wurde  zu  2‘/*  Mill.
Pf.  Sterl.  veranschlagt.
4)  Anlehen  von  00  Mill.  Franken,  Sprocentig,  1832  garantirt  von  England,
Frankreich  und  Russland.  Die  griechische  Regierung  sagte  in  einer  1‘'40  an
die  Grossmächte  gerichteten  Note:  In  den  Jahren  1837—40  habe  Griechenland
für  Verzinsung  und  Tilgung  ö’300,000  Dr.  selbst  gedeckt;  die  Grossmächte  hätten ­
  bis  1845  zum  nemlichen  Behufe  27’143,950  Dr.  vom  Anlehens  c  api  ta  le
verwendet:  —  an  die  Pforte  hätten  12’531,104  Dr.  Entschädigung  bezahlt  werden ­
  müssen  ;  —  die  Sendung  bayerischer  Truppen  nach  Griechenland  habe  nicht
weniger  als  22’340,802  Dr.  gekostet;  Rothschild  habe  für  Negozirung  des  Anlehens ­
  0’000,000  ])r.  bezogen;  im  Ganzen  seien  von  diesem  und  dem  baverischen
  Anlehen  (worüber  sogleich  einiges  Nähere)  nicht  mehr  als  43^,473
Drachmen  für  innere  Verbesserungen  übrig  geblieben  !  (Und  dafür  ward  das  arme
I.and  mit  solcher  enormen  Schuldenmasse  belastet  !)  Da,  in  Folge  der  Garantie
der  drei  Grossmächte,  eine  fortwährende  Amortisirung  sattfindet,  so  war  der
Capitalbetrag  im  J.  1800  bereits  auf  44’444,107  Dr.  herabgebracht;  allein  jene
Mächte  hatten  00’142,098  Dr.  für  Vorschüsse  zu  fordern,  zusammen  also  schon
110’580,805  Dr.
5)  Darlehen  des  Königs  Ludwig  I.  von  Bayern.  In  den  Jahren  1832,
1835,  30  und  37  gewährte  der  König  Imdwig  von  Bayern  dem  Könige  von
Griechenland  4  Darlehen,  im  Gesammtbetrage  von  ungefähr  8  Mill.  Erkn.  zu
4  Proc.  Da  es  meistens  Vorschüsse  auf  das  00  Millionen-Anlehen  sein  sollten,
so  ward  der  grössere  Theil,  nach  Massgabe  wie  dieses  Anlehen  flüssig  wurde,
zurückersetzt.  Eine  Summe  von  1’233,333  Gulden  (mit  den  angelaufenen  Zinsen
bis  1849  1’529,333  fl.,  welche  König  Ludwig  aus  seinen  Privatmitteln  an  die
bayerische  StaatScasse  zurückersetzte,  —  siehe  S.  231)  wurde  aber  nicht  abgetragen, ­
  vielmehr  erhob  die  griech.  Regierung  nach  der  Revolution  von  1843  sogar ­
  noch  Gegenforderungen.
0)  Neue  Anlehen.  Im  Dec.  1802  decretirte  die  provis.  Regierung  die
Ausgabe  von  0  Mill.  Dr.  in  Oproc  Obligationen.  Es  konnten  jedoch  nur  für
3'/î  Mill,  untergebracht  werden.  Ausserdem  hat  die  Bank  von  Athen  bis  Mitte
1804  gegen  Verpfändung  der  wichtigsten  Einkünfte  (Zoll,  Oliven-  und  Korinthenerndte)
  9  Mill,  vorgeschossen  ;  ebenso  die  Bank  von  Korfu  10  Oüo  it
(280,000  Dr.).
7)  Die  Schuld  Ioniens,  betragend  Ende  Januar  1804  209,325  ;^,  wovon
90,289  an  England  geschuldet,  welche  Summe  unverzinslich  ist.
Sonach  scheint  der  gesammte  Schuldenstand  folgender  zu  sein  ;
a)  Anlehen  von  00  Mill.  Fres,  sammt  den  Vorschüssen  der
Schutzmächte  mindestens  Drachm.  115  Mill.
b)  Neue  Schulden,  bes.  an  die  Bank  -  10
c)  Ionische  Schuld  -  7%  -
d)  Schulden  aus  dem  Revolutionskriege,  nach  der  Convertirung
  -  03

Es  lässt  sich  nicht  absehen,  wie  der  arme  Staat  diese  Last  verzinsen ­
  kann.

2)  Anlehen  von  1824

1825

e)  Forderung  des  Königs  Ludwig  I.  von  Bayern  .  .  .
Zuammen  etwa

Drachm.  2»tu  Mill.

-  ~
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.