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für den Morgen, der Anteil der Pächter in diesem Staate
beträgt beinahe 38 Prozent. In Illinois, wo das Ackerland
durchschnittlich auf 94,90 Dollar für den Morgen geschätzt
wird, sind unter je 100 Farmern beinahe 42 Pächter.
Die Lage des Pächters ist daher im allgemeinen offenbar
hoffnungslos. Er kann nicht hoffen, ein Farmbesitzer zu
werden, wenigstens nicht in den Vereinigten Staaten. Aller-
dings bietet Kanada einen Ausweg, wohin seit 1897 784.139
Ansiedler aus den Vereinigten Staaten ausgewandert sind,
um den Ackerbau in den westlichen kanadischen Provinzen
in Angriff zu nehmen. Dies ist an und für sich eine bedeut-
same "Tatsache; die landwirtschaftliche Wanderbewegung,
die so lange in die Vereinigten Staaten geführt hat, besteht
jetzt in der Auswanderung aus den Vereinigten Staaten.
Die Hauptmasse der amerikanischen Ansiedler, die nach
Kanada gehen, bestand und besteht jedoch aus amerika-
nischen Farmbesitzern, die ihr Ackerland haben verkaufen
können und sich mit dem Ertrage in Kanada niedergelassen
haben, wo unbesiedeltes, fruchtbares Land für einen ge-
ringeren Preis erlangt oder frei in Besitz genommen werden
kann. Der wirkungsvolle Betrieb des Landbaus auf dem
Prärieboden von Kanada erfordert die neusten landwirt-
schaftlichen Maschinen und damit eine Ausgabe von wenig-
stens einigen Tausend Dollar. Der amerikanische Pächter,
der kein Geld und gewöhnlich Schulden hat, kann sich
diese günstigen Gelegenheiten in Kanada nicht zunutze
machen. Er muß an den Boden gefesselt bleiben.
Außer den 2 Millionen Pachtfarmen in den Vereinigten
Staaten gibt es I 327 439 andere Farmen (unter im ganzen
3 933 705 Eigentumsfarmen), die mit Hypotheken belastet
sind. Die Besitzer dieser Farmen sind jedoch rechtlich und
psychologisch Eigentümer und können nicht unter das
ländliche Proletariat gerechnet werden.
Das Los eines Pächters ist im allgemeinen und besonders
in den reichen ackerbautreibenden Staaten ganz verzweifelt.
Um die geforderte drückende Pacht zu bezahlen, muß er
den Boden bis auf das Letzte, das er hergeben will, aus-
pressen; er kann es sich nicht gestatten, irgendeinen Teil
seines Landes ruhen zu lassen; auch kann er keine wech-