Full text : Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

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Das harte Los der Holzarbeiter

In die amtliche Zählung der Landarbeiter sind annähernd
125 000 Bauholzarbeiter, Flößer, Holzfäller und Terpentinarbeiter
 mit eingeschlossen. Wenn bei der vollen Öffentlichkeit
 der städtischen Verhältnisse die Arbeiter brutaler,
unbarmherziger Unterdrückung unterworfen sind, dann
kann man wohl annehmen, daß die Art und Weise der
Unterdrückung in den fern im Urwald liegenden Holzfällerlagern
 sogar noch viel schlimmer ist. In den Terpentinlagern
 des Südens herrschte lange Zeit ein Zustand der
Dienstbarkeit, bei dem die weißen ebenso wie die schwarzen
Arbeiter durch bewaffnete Gewalt wirksam zur Arbeit angehalten
 wurden; und obgleich die Regierung zahlreiche
Fälle verfolgt hat, ist es doch durchaus nicht sicher, daß
diese Art Sklaverei aufgehört hat. Nur wenn irgendein
außergewöhnlicher Streik unter den Holzarbeitern vorkommt,
 erfährt die ganze Welt etwas von den empörenden
Zuständen in diesen Lagern. Die kürzlich in Grabow,
Louisiana und in Hattiesburg, Texas von den Industrial
Workers of the World organisierten Streike haben die
schmachvollen Zustände in den Waldlagern aufgedeckt.
Die Holzquellen der Vereinigten Staaten sind tatsächlich
von dem Bauholztrust monopolisiert, der sich aus einer
Anzahl scheinbar getrennter Gesellschaften zusammensetzt.
[n dem Lager von Grabow hat man die Arbeiter gezwungen,
elf Stunden täglich für einen Lohn von ı Dollar den Tag
zu arbeiten. Aber da dieser Lohn nicht wöchentlich, sondern
 monatlich ausgezahlt wurde, waren sie gewöhnlich,
lange bevor der Monat zu Ende ging, ohne Mittel. Einen
bedeutenden Teil ihrer Löhne erhält die Gesellschaft wieder
zurück, indem sie für elende Hütten, die ihr gehören und
die sie mit dem ehrenvollen Namen „Häuser“ bezeichnet,
die unerhörte Miete von 15 bis 20 Dollar monatlich erhebt.
In diesen ekelerregenden Gebäuden sind die Arbeiter in
primitiven Räumen zusammengedrängt, die keine Spur von
Kanalisierung oder anderen sanitären Einrichtungen aufweisen.
 Die dafür geforderte Miete ist ebenso hoch, ja
            
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