Full text : Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

Polen, Slawen, Italiener, Litauer und verschiedene andere
Einwanderer sind. In diesen Fabriken erhalten 78,6 Prozent
 der Männer weniger als 8 Dollar wöchentlich und
95 Prozent weniger als 10 Dollar wöchentlich. Von den weiblichen
 Arbeitern werden 88,6 Prozent mit weniger als
8 Dollar die Woche bezahlt und 91,1 Prozent mit weniger
als 10 Dollar wöchentlich. 88 Prozent der Knaben und
100 Prozent der Mädchen unter 14 Jahren erhalten weniger
als 6 Dollar wöchentlich. Von diesem dürftigen Lohn muß
eine Arbeiterfamilie in dem Bezirk von Pittsburg 124 Dollar
jährlich für verpestete Räume in häßlichen kleinen
Wohnhäusern zahlen; auch hier erpressen die Gesellschaftswarenhäuser
 aus dem Verkauf von Lebensmitteln
und Waren an die Arbeiter jährliche Dividenden von
10 Prozent.
Dies sind die in der ganzen Fabrikindustrie herrschenden
charakteristischen Zustände. In vielen Fabriken hat der
Wettbewerb der Frauen die Löhne der Männer so tief
herabgedrückt, daß ein Unterschied zwischen beiden kaum
noch bemerkbar ist. Die Schrecken der Bedingungen, unter
denen die Frauen arbeiten müssen, wurden durch den
Staatssenator Robert F. Wagner, den Vorsitzenden der
New York States Factory Investigating Commission (Untersuchungskommission
 für die Fabriken im Staat New York)
kürzlich wieder der öffentlichen Beachtung sehr eindringlich
 vorgeführt. Er erklärte, daß der Durchschnittslohn
der 293 637 Frauen, die in den Fabrikanlagen im Staat
New York beschäftigt werden, wöchentlich 6,54 Dollar betrage.
 In den Kragen- und Hemdenfabriken müssen erwachsene
 Frauen von einem Lohne leben, der häufig
weniger als 4,50 Dollar wöchentlich beträgt, und in den
Zuckerwarenfabriken von New York, Massachusetts und
anderen, in denen drei Viertel der Arbeiter junge Frauen,
meistens Italienerinnen, sind, erhalten beinahe die Hälfte
dieser über 18 Jahre alten Arbeiterinnen durchschnittlich
weniger als 5 Dollar wöchentlich — wenn sie die volle
Zeit arbeiten.
            
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