Einleitung
ZU erwarten ist. Eine Volkswirtschaftslehre, die das
erreichen will, muß den îïïut haben
1. zur rücksichtslosen Kritik alles historisch Ge
wordenen,
2. sie muß voraussetzungslos sein, soweit überhaupt
unsere europäische Kultur als etwas Erstrebens
wertes betrachtet wird,
3. sie muß zurückgreifen bis auf die Rechte, die
mit uns geboren werden,
4. sie muß von einfachsten Verhältnissen aus
gehen und
5. sie muß Selbstverständliches zu sagen wagen.
Keine der herrschenden wirtschaftslehren entspricht
diesen fünf notwendigen Voraussetzungen. Die meisten,
mit Ñusnahme der sozialistischen, nehmen das historisch
Gewordene kritiklos als das allein volkswirtschaftlich
vernünftige hin. lveil z. B. die Gewohnheit dahin ge
führt hat, den lvarenbegrifs auf Rechte auszudehnen,
ist dieser Zustand für sie die Voraussetzung aller weite
ren Deduktionen. Die sozialdemokratische Lehre aber
hat den Lohnarbeiterstand und die spezifisch industrielle
Entwickelung zur Voraussetzung, sie versagt in allen
anderen Fällen. Sie ist ein dialektischer Kunstbau auf
willkürlich konstruierter Unterlage.
Die Gesetze aber, nach denen sich das materielle
^Dohl und wehe aller Völker richtet, müssen notwen
digerweise allgemeiner und daher auch einfachster
Ratur sein. Unsere komplizierte Wirtschaftsform ver
schleiert sie nur, aber hebt sie nie auf. Die meisten
herrschenden „Grundanschauungen" kranken an dem
Fehler, daß sie die Fälle, auf die sie zugeschnitten sind,
als die allein herrschenden ansehen und die RUno-
şiohiman, Laienbrevier.
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