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ausgegeben worden. „Die Union-Pacific-Gesellschaft,“
fuhr der Minoritätsbericht fort, „hat in einem Zeitraum
von achtzehn Jahren durch Überschüsse und Landverkäufe
176 294 793,53 Dollar erhalten, und wenn ihr Betriebs-
material voll bezahlt worden wäre, wie es der Kongreß ver-
langt hatte und wie es nach der eidlichen Versicherung der
Beamten nie geschehen sei, so würde diese ganze Summe
heute zur Bezahlung der Regierungsschuld verwendet wer-
den können. Die Gesellschaft hat an Dividenden 28 650 770
Dollar ausgezahlt und an Zinsen auf Obligationen 82 742 850
Dollar, und beinahe diese ganze Summe wurde ohne Be-
denken unter die Aktionäre verteilt. Sie hat über 10 Millio-
nen Dollar bei der Denver-, South Park- und Pacific-
Eisenbahn angelegt; sie bezahlte 10 Millionen Dollar an
Jay Gould und seine Gesellschafter für Zweigbahnen
und andere Geldanlagen, die wertlos sind....“ Das
Kommissionsmitglied Pattison schätzte, daß Jay Goulds
persönlicher Gewinn aus seinen Machenschaften bei der
Union Pacific sich wahrscheinlich auf 40 Millionen Dollar
belief.
Ein großer Teil der Summe, die Pattison bei seiner
Schätzung des seit Bestehen der Union-Pacific-Bahn ver-
übten Diebstahls mitrechnete, war, wie wir gesehen haben,
von Goulds Vorgängern in dem Credit-Mobilier-Schwindel
zestohlen worden.
Gerichtliches Possenspiel
Natürlich ist hier die Frage zu erwarten: Warum wurde
Gould nicht wegen seiner Missetaten verklagt? Solange er
das Volk, die große, sich mühende, machtlose Menge, die ohne
wirkliche Vertretung in politischer Stellung war, beraubte,
konnte man es verstehen, daß sich seiner Zügellosigkeit
nichts in den Weg stellte, da man ja sicht, wie das ganze
Gesetz den reichen Freibeutern zur Verfügung steht. Aber
Gould beraubte seine eigenen Standesgenossen ebensosehr;
er schädigte, betrog und plünderte seine eigenen Gesell-
schafter; sie waren mächtige Männer; warum riefen sie
nicht die Schrecken des Strafgesetzes auf ihn herab?