Gelegenheiten vergaß. Weit entfernt. Dieser untersetzte
Mann mit der sanften Stimme und der unauffälligen, bei-
nahe weibischen Persönlichkeit war in der Tat ein unbe-
zähmbarer Eroberer, der nicht an vielen Orten und auf
verschiedenen Gebieten gleichzeitig zupackte und raubte.
In seiner selbstgewählten Art der Kriegführung war er
außerordentlich vielseitig, wunderbar begabt in der Berech-
nung und von starker Fähigkeit, eine ungeheuer große
Anzahl verschiedener, verwickelter Unternehmungen gleich-
zeitig im Auge zu behalten. Um ihren rechtlichen Aus-
gang brauchte er sich nicht zu kümmern. Wurde er vor-
geladen, so konnte er jederzeit ein Korps der geschicktesten
Anwälte engagieren, von denen sich keiner ein Gewissen
daraus machte, einen Bruchteil seiner Diebstähle als Be-
zahlung anzunehmen. Rechtsgelehrte, von denen einige
später an den höchsten Gerichtshöfen des Landes Richter
wurden, Andere Richter gewesen waren und ihr Amt auf-
gegeben hatten, um von denselben Gesellschaften, zu deren
Gunsten sie Entscheidungen erlassen hatten, große Honorare
zu beziehen, plädierten und planten für Gould. Er war
ein vortrefflicher Klient; die Rechtsstreitigkeiten, in die
ar verwickelt war. waren grenzenlos.
Caulds Texas-Pacifie-Unternehmen
Überall, wo er erschien, wurden die kleinen Betrüger
überwältigt und vertrieben, und er, der große Betrüger,
‘rat an ihre Stelle. Dies bewies er wieder bei der Erwerbung
and Plünderung der Texas -Pacific- Eisenbahn. Diese
Strecke hatte die üblichen Regierungssubsidien und Land-
geschenke erhalten. Die Bestechungen, die zu deren Er-
langung angewandt waren, wurden in den berühmten
„Huntington - Briefen“, die später in einem zwischen
zwei Eisenbahnparteien entstandenen Rechtsstreit ans Licht
kamen, vollständig aufgedeckt. Der Schreiber dieser Briefe
war ein Kenner, selbst ein hervorragender Bestecher; es
war kein anderer als Collis P. Huntington, einer der maß-
gebenden Eisenbahnmagnaten dieser Zeit. In den Jahren
1876 bis 1878, über die sich seine Briefe erstrecken, wurde