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umschränkt und willkürlich, wie es nur irgendein Feudal-
herr über seine Untertanenländereien besaß. Dem Namen
nach regierten die Vereinigten Staaten diesen großen Land-
strich, machten sie die Gesetze und handhabten ihre Aus-
führung. In Wirklichkeit aber war Astors Gesellschaft sich
selber Gesetz. Daß sie sowohl Gewalt wie Betrug anwandte
und sich den Teufel um die vom Kongreß beschlossenen
Gesetze kümmerte, ergibt sich klar wie der Tag aus den
Regierungsberichten jener Zeit.
Die Amerikanische Pelz-Gesellschaft unterhielt drei
Hauptniederlagen zum Empfang und zur Verteilung der
Pelze: die eine zu St. Louis, die andere zu Detroit, die
dritte zu Mackinac. In dieser wilden Gegend, wo die Re-
gierung im besten Falle durch ein paar "T'ruppenteile ver-
treten war und wo die Agenten der Gesellschaft schwer
bewaffnet umhergingen, war es klar und wurde es als Tat-
sache hingenommen, daß kein Agent irgendeines Konkur-
renzunternehmens oder ein einzelner Händler wagen durfte,
sich zu zeigen. Das hieß, sich den schwersten Gefahren
aussetzen, und auch vor offenbarem Mord schreckten die
Agenten nicht zurück. Schon um 1827 hatten sie den
Handel mit den Indianern am Missouri vollständig mono-
polisiert. Die Amerikanische Pelz-Gesellschaft beherrschte
alles und verbreitete ringsumher Furcht und Schrecken;
sie pfiff auf die Vorstellungen der Regierung und erkannte
keinen an, der höher stände, und keine Gesetze als solche,
wie ihre eigenen Interessen verlangten. Die Ausbeutung,
die sie betrieb, war eine der raffiniertesten, grausamsten
und haarsträubendsten, die je in einem Lande stattfanden.
Wie man die Indianer betrunken machte
Wenn es damals ein schweres Verbrechen gab, so war es
die Versorgung der Indianer mit Whisky. Die Regierung
hatte denn auch volles Verständnis für die schrecklichen
Folgen, die daraus entstehen mußten, und ging durch
strenge Gesetze mit schweren Strafen dagegen vor. Astors
Gesellschaft aber verletzte dieses Gesetz mit frecher Stirn,
genau so, wie sie die anderen Gesetze verletzte, die ihren