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Verdutzt verlangten sie, daß er sein Recht beweise, worauf
seine Advokaten, mit der Terminologie und den Spitz-
findigkeiten der Juristerei vollgepfropft, ankamen und ihnen
ernsthaft erklärten, das Gesetz sage so und so, nach den
und den Paragraphen, und sei unzweifelhaft auf seiten
Astors. Die schwer arbeitenden Farmer hörten es verblüfft
und konsterniert. Sie verstanden nicht, wie der Boden,
den sie oder ihre Väter bezahlt hatten und auf dem sie
geackert und gebaut hatten, plötzlich einem Fremden ge-
hören sollte, der niemals einen Spaten darauf gewandt,
der es nie gesehen hatte, und zwar einfach deshalb, weil
er den Vorzug hatte, die juristischen Fachausdrücke zu
kennen und ein mit ein oder zwei Siegeln geschmücktes
Papier besaß.
Die öffentliche Empörung über Astors Ansprüche
Sie wandten sich an die gesetzgebende Körperschaft.
Diese weigerte sich unter dem Einfluß der öffentlichen
Empörung über die "Transaktion, Astors Rechte anzu-
erkennen. Der ganze Staat bebte vor Entrüstung, man sah
Astors Ansprüche als ein gewagtes Räuberstückchen an.
Er behauptete, das Gesetz, wonach bei konfiszierten Gütern
Pächtern für ihre Meliorationen eine Abfindung gezahlt
werden müsse, beziehe sich nicht auf ihn. Kurz, er ver-
langte das Recht, sämtliche siebenhundert Familien auf
die Straße zu setzen, ohne gesetzlich oder moralisch ver-
pflichtet zu sein, ihnen auch nur einen Pfennig für ihre Be-
triebsverbesserungen zu zahlen. Bei der öffentlichen Er-
regung entschlossen sich die Beamten des Staates New York,
seine Ansprüche anzufechten. Astor erbot sich, sie dem
Staate für 667000 Dollar zu verkaufen. Aber die allgemeine
Empörung über die Dreistigkeit eines Mannes, der für
100.000 Dollar einen erloschenen Anspruch gekauft hatte
und dann versuchte, ihn dem Staate für mehr als sechsmal
soviel zu verkaufen, war eine derartige, daß die Gesetz-
gebung nicht zuzustimmen wagte.
Der Streit kam vor die Gerichte und zog sich dort viele
Jahre hin. Schließlich aber gewann Astor; es wurde ent-