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Das einzige Legat für öffentliche Zwecke, das er hinter-
ließ, waren 400 000 Dollar zur Gründung der Astor-Biblio-
thek; dafür und allein dafür bewahrt man ihm das Andenken
eines Philanthropen. Man vergißt, daß die Ergebnisse der
Plünderung der Indianer während eines Jahres schon ge-
nügten, um dieses vielgepriesene Legat zu machen. Man
feiert einen Menschen, weil er der arbeitenden Bevölkerung
unermeßliche Summen entwendet hat und einen Brocken
davon wieder zurückgibt; man vergißt, daß niemand große
Reichtümer ansammeln kann, ohne daß so und so viele
gleichzeitig verarmen. (Natürlich liegt das nicht an dem
Einzelbesitzer oder an einer einzelnen Einrichtung, son-
dern am ganzen System.) So war denn zur Zeit seines
Todes 1/5 der Bevölkerung New Yorks gänzlich ver-
armt, und !/, mußte aus öffentlichen Mitteln unterstützt
werden. Ein großer Teil davon waren Einwanderer, die,
vor der heimischen Ausbeutung fliehend, in Amerika, dem
„Lande der unbegrenzten Geldquellen“, in Armut gerieten.
Die Arbeiter wurden eben nicht bloß als Produzenten,
sondern auch als Mieter und Käufer usw. ausgebeutet. —
Die oft gehörte Behauptung, vor dem Bürgerkriege habe es
in den Vereinigten Staaten keine Landstreicher gegeben,
ist gänzlich falsch.
Sechstes Kapitel
DIE FERNERE GESTALTUNG DES ASTOR-VERMÖGENS
A sein Vater starb, war William B. Astor, John Jacob
Astors Haupterbe, 56 Jahre alt. Er war ein großer,
wuüchtiger Mann mit kleinen, zusammengekniffenen Augen
ınd ziemlich leerem Blick; sein Gesicht war träge und aus-
druckslos, Äußerst schweigsam und ungesellig, zeigte er
niemals irgendwelche Erregung und schien gefühllos. Er
gefiel sich darin, schäbig und schlechtgekleidet umherzu-
gehen, als wolle er sagen, ein Mensch mit solchem Vermögen
habe das Vorrecht, sich um die Konventionen der Gesell-