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unter dem Vorwande, die Ausständigen gefährdeten den
zwischenstaatlichen Handel und den Postverkehr.
Hohe Profite und niedrige Löhne
Die allgemeine Entrüstung, die das Verhalten der Re-
gierung während des Streiks erregte, zwang den Präsidenten
Cleveland, eine Untersuchungskommission für diesen Streik
einzusetzen. Cleveland war ein mittelmäßiger Politiker,
der durch eine Reihe günstiger Zufälle aus den Bezirks-
versammlungen zur Präsidentschaft emporgestiegen war.
Nachdem er die vereinte Macht der Bundesregierung
zur Vernichtung des Streiks gebraucht hatte, setzte er nach-
träglich eine Kommission ein, die die Gründe des Streiks
erforschen sollte — der übliche Trick eines typischen Poli-
tikers.
Diese Sonderkommission — aus Männern gewählt, die
man nicht im entferntesten der Parteilichkeit gegen die
Arbeiter beschuldigen konnte — ermittelte eine ganze
Reihe bezeichnender Tatsachen und händigte einen Be-
richt ein, der ‘sich durch unerwartete Redlichkeit aus-
zeichnete. Danach war das Kapital der Pullman-Gesell-
schaft in der Zeit von 1867 bis 1894, in 27 Jahren, von
ı Million auf 36 Millionen Dollar angewachsen. Sie hatte
mehr als zwanzig Jahre lang 8 Prozent Dividende bezahlt,
in manchen Jahren sogar 9%, bis ı2 Prozent, und dazu
25 Millionen Dollar als Reserven zurückgelegt. 1893 hatte
sie 2 520 000 Dollar Dividende und 7 223 719 Dollar Löhne
gezahlt, im nächsten Jahre hatte sie die Löhne um ein Viertel
beschnitten, dafür aber eine noch größere Dividende aus-
geschüttet: z 880 000 Dollar Dividende gegen 4471 701
Dollar für Löhne,
Während all der folgenden Jahre bis jetzt hat die Pullman-
Gesellschaft dem Publikum für die Benutzung ihrer Wagen
beständig ganz exorbitante Preise berechnet. In verschie-
denen Legislaturen sind zahlreiche Anträge gestellt worden,
die Gesellschaft zu einer Herabsetzung dieser Preise zu
zwingen. Es ist bekannt, daß sie ihren Schaffnern und
Gepäckträgern so armselige Löhne zahlt, daß die fünfzehn
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