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Ankauf von Louisiana im Jahre 1805 erfuhr der öffentliche
Besitz eine ungeheure Erweiterung, ebenso nach dem mexi-
kanischen Kriege,
Landgesetze gegen die Armen
Vom Beginn der Regierung an wurden die Landgesetze
so eingerichtet, daß der arme Ansiedler beiseite geschoben
wurde. Statt daß die Gesetze dem Armen auf einfache
und billige Art den Landerwerb ermöglichten, wurden
sie zu einem höchst wirksamen Mechanismus ausgestaltet,
der Gesellschaften von Kapitalisten und einzelnen Kapi-
talisten weite Gebiete für lächerliche Summen sicherte.
Diese Kapitalisten behielten dann entweder das Land oder
zwangen die Ansiedler, für verhältnismäßig kleine Kom-
plexe ungeheure Preise zu zahlen. Es gab kein Gesetz,
welches von dem Käufer verlangte, daß er wirklich ein An-
siedler war. Der nicht im Lande lebende Grundbesitzer
war die Regel. Die kapitalistischen Gesellschaften setzten
sich größtenteils aus Kaufleuten und Bankiers aus dem
Norden, Osten und Süden zusammen. Es liegt klar am
Tage, daß sie in großem Maßstabe Bestechungen vornah-
men, sowohl um günstige Gesetze durchzubringen, als
auch um Gesetze zu verhindern, die zur Annahme vor-
geschlagen waren, indem sie systematisch das Einverständ-
nis der Beamten des leitenden Landamtes erkauften.
Durch einen Parlamentsakt vom 21. April 1792 z. B.
bekam die Ohio-Land-Company ein Areal von 100 000
Morgen, und im selben Jahre kaufte sie 892 900 Morgen für
642 856,66 Dollar. Aber diese Summe wurde nicht bar
bezahlt. Die Bankiers und Kaufleute, welche die Gesell-
schaft bildeten, hatten mit großem Diskont öffentliche
Schuldscheine und Heeresobligationen gekauft und durften
diese als Bezahlung entrichten!). Die Gesellschaft gab
dann ihr Land mit ungeheurem Gewinn an Ansiedler ab.
Fast alle Terraingesellschaften hatten banktechnische Ab-
# 1) U. S. Senate Executive Documents, Second Session, Nineteenth Congress
No. 62.