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Betrügerische Erlangung der Schenkungen
Viele der Kanalgesellschaften, die von der Regierung so
freigebig mit großem Landbesitz ausgestattet wurden, mach-
ten nur schwache Versuche, Kanäle zu bauen. Einige von
ihnen aber betrogen die Regierung um unschätzbar wert-
volle Erzlager, die in. die ursprünglichen Verleihungen
keineswegs eingeschlossen waren.
In seinem Jahresbericht von 1885 führte Commissioner
Sparks vom General-Land-Office (House Executive Docu-
ments 1885 bis 1886, Bd. 2), an, daß 1885 der Portage-
Lake-,„Kanal‘“ ein wertloser Graben und ein völliger
Schwindel war. Was hatte die Gesellschaft mit ihrem großen
Landbesitz gemacht? Anstatt das Terrain im Sinne des
Kongresses zu verwenden, hatte sie durch betrügerische
Vermessungen und zweifellos durch Beamtenbestechung
bewirkt, daß wenigstens 100 000 Morgen ihres Besitzes aus
den reichsten Kupferlagern Wisconsins bestanden.
Die ursprünglich vom Kongreß bewilligten Schenkungen
sollten sich auf Sumpfland erstrecken, d.h. auf Terrain,
das für landwirtschaftliche Ausnutzung nicht sonderlich
geeignet war, für andere Zwecke aber einen gewissen
Wert hatte. Erzhaltige Böden wurden ausdrücklich aus-
geschlossen. So lautete das Gesetz: in der Praxis wurde
wesentlich anders verfahren. Mit welcher Leichtigkeit die
Kapitalisten die Vermessung der wertvollsten Erz-, Weide-,
Acker- und Waldländereien als Sumpfland durchsetzten,
ist in diesem Werke an späterer Stelle geschildert.
Die oben erwähnten gestohlenen Kupferlager erhielt
die Regierung nie wieder, noch wurde überhaupt ein Ver-
such gemacht, sie einzuziehen. Sie bilden heute einen Teil
der großen Kupferminen des Kupfertrusts und gehören
der Standard-Oil-Company.
Auch die St. Marys Fall-Canal-Company unterschlug
große "Terrains mit reichen Kupferlagern. Dieser Fall
wurde in verschiedenen amtlichen Berichten aufgedeckt,
vor allem auch durch den Prozeß Chandler kontra Ca-
lumet- and Hecla-Mining-Company (U. S. Reports,
Bd. 149, S. 79—95). In diesem Prozeß wurde festgestellt,