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zu deren Grundanschauungen sich der Verfasser bekennt.
Dazu eröffnet die gut herausgearbeitete Unterscheidung
der verschiedenen Wirtschaftsstufen und der dafür charak-
teristischen wechselnden Reichtumsarten manchen tieferen
wirtschaftsgeschichtlichen Einblick,
Um zum Lesen anzuregen und einen Überblick über das
mit sensationellem Tatsachenstoff fast überladene Ganze
zu erleichtern, seien dem Buche einige orientierende Aus-
führungen vorangeschickt.
Neue Welt und Neuland: in diesem letzten Unterschied
von den unvergleichlich konsolidierteren, ruhiger und ste-
tiger sich verändernden Verhältnissen Alteuropas wurzeln,
bis nahe heran an die allerjüngste Gegenwart, noch immer
die meisten Überraschungen, die den Vereinigten Staaten
bisher eigen waren, beruhen vor allem die verblüffenden,
gleichsam aus dem Nichts entspringenden Reichtumsbil-
dungen.
Am Anfange seiner wirklichen Kulturgeschichte, das
heißt am Beginn der umfassenderen Europäersiedlung, war
ganz Nordamerika noch ein unangebrochenes, weltabge-
schiedenes Riesengebiet, das, zum Teil zwar dichter von
Bauern- und Bürgerdemokratien besetzt, vielfach jedoch
an Günstlinge der Höfe und Regierungen und an Kolonial-
gesellschaften in ungeheuren Strecken weggeschenkt wurde:
„von einem Meere bis zum andern“, wie es nicht selten
in den ursprünglichen Freibriefen und Schenkungsurkunden
hieß, die also die erste größere Festsetzung an der Europa
zugekehrten Küste sofort durch den ganzen Kontinent
hindurch eigentumswirksam sein ließen. Was zunächst
nur eine leere Formel und ein nichtssagendes Versprechen
schien, gewann durch die ungeahnte tatsächliche Entwick-
lung, trotz allen zahlreichen späteren rechtlichen Einschrän-
kungen, einen wirtschaftlichen Wertinhalt, mit dem der
übliche und selbst der außerordentlichste Wohlstand sowohl
daheim wie in den angrenzenden demokratischen Kolonial-
gemeinwesen keinen Vergleich mehr wagen konnte. Mit
jedem weiteren Vordringen in das Innere wiederholte sich