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„Früher bestand die Gewohnheit, einem Bewerber um
wirkliche oder angebliche Sumpfländereien auf eine unend-
liche Reihe von Jahren eine Option zu geben. In diesen
Fällen brauchten die Parteien ‚innerhalb des Land-Office-
Rings‘ nur zu warten, bis sich irgend jemand fand, der
diese Ländereien in gutem Glauben erwerben wollte; dann
konnten sie ihm ihre ‚Rechte‘ auf das Land ‚abtreten‘,
für die sie nie einen Pfennig bezahlt hatten, noch zu be.
zahlen gedachten.
„Oder, wenn der Charakter des Landes zweifelhaft war,
pflegten sie alle Untersuchungen zu verschieben bis zur
Hochflut der Flüsse während der Regenzeit, wo dann die
Experten, die mit ihnen unter einer Decke steckten, aus-
gesandt wurden, um einen günstigen Bericht betreffs der
‚Sumpfigkeit‘ des Landes zu erstatten. In den Bergtälern
und jenseits der Sierra ist das Terrain bei der Schnee-
schmelze überschwemmt, also gerade zu einer Zeit, wo das
Wasser am nötigsten ist; aber dies bloße Vorhandensein von
Wasser genügt, um den Spekulanten den Beweis zu liefern,
daß das ‚Terrain‘ sumpfig ist, und bietet daher die gün-
stigste Gelegenheit für ihre Beutegier!).“
In seinem ausführlichen Bericht vom Jahre 1885 schilderte
der Kommissionär Sparks vom General-Land-Office sehr
eingehend die großen Betrügereien, die beständig bei der
Verleihung angeblich „sumpfiger‘“ Terrains und bei den
betrügerischen Vermessungen in vielen Staaten und Terri-
torien ausgeübt wurden ?). „Ich konstatierte, daß dies Amt,“
schrieb er, „ein bloßes Werkzeug in der Hand der Spekulan-
ten war‘“2),
Sechzehn Areale, die 1885 in Kolorado inspiziert wurden,
waren überhaupt nur auf dem Papier vermessen; eine wirk-
liche Besichtigung hatte niemals stattgefunden‘). Von
22 anderen Gebieten Kolorados, die angeblich durch einen
1886 beglaubigten Spezialvertrag vermessen worden waren,
wurden die Vermessungen in sieben Fällen als völlig be-
1) Report of the Swamp Land Investigating Committee, etc., 5. 5.
*) House Documents, First Session, Forty-ninth Congress, 1885—1886, Bd. 2.
°) A.a.O. 5, 166.
') Aa. 0,5. 1665,