Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

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Details kamen im Senat der Vereinigten Staaten in der De- 
batte über das Postdampfergesetz am 9. Juni 1858 zur Sprache. 
Die Regierung hatte damals vor mehr als einem Jahrzehnt 
die Politik eingeschlagen, den Dampfschiffgesellschaften große 
Subsidien für die Beförderung der Post zu bezahlen. Doch 
waren diese Subsidien nicht die einzige Bezahlung, welche die 
Schiffseigentümer erhielten. Hinzu kam noch das „Porto“ — 
d. h. der Vollertrag der Portobelastung der beförderten 
Briefe. In damaliger Zeit war das Überseeporto ungeheuer 
hoch und lastete besonders schwer auf einer Klasse von Men- 
schen, die am wenigsten imstande war, es zu tragen. Etwa drei 
Viertel aller mittels der Dampfer beförderten Briefe war von 
Auswanderern geschrieben. Sie mußten für einen einzelnen 
Brief 24 oder 29 Cent bezahlen. 1851 betrug das Übersee- 
porto nicht weniger als eine Million Dollar; drei Viertel dieser 
Summe stammten direkt von der arbeitenden Klasse. 
Die Beamtenbestechung 
Um ihre Subsidien außer dem „Porto“ zu bekommen, 
bestachen die Schiffseigentümer die Postbeamten und die 
Kongreßmitglieder auf mancherlei Art. „Ich habe kon- 
statiert,“ sagte Senator Toombs in einer Rede im Senat der 
Vereinigten Staaten am 9. Juni 1858, „daß niemals eine Ver- 
waltung Energie genug gehabt hat, die Dampferverträge ab- 
zulehnen ... Ich könnte mehr als ein Dutzend solcher Kon- 
trakte anführen . .. Eine Million Dollar jährlich ist ein Faktor, 
der sich bemerkbar machen wird. In zehn Jahren sind es 
zehn Millionen Dollar, und dann wird es sich bemerkbar ge- 
macht haben. Ich weiß, die Gesetzgebung wird dadurch 
demoralisiert. Ich habe gesehen, wie die Staatskasse mit 
Hilfe dieser Gelder geplündert wurde . . .1)“ 
Mit Hilfe dieser systematischen Bestechung erlangten die 
Schiffseigentümer viele Millionen Dollar aus Staatsmitteln. 
Und was wurde aus diesen erbeuteten Millionen? Zum Teil 
betrachteten die Schiffseigentümer sie als Verdienst, zum Teil 
wurden sie als privates Kapital zur Erbauung neuer Schiffe 
?) The Congressional Globe, First Session, Thirty-fifth Congress, 1857—58, 
Bd. 3, S. 2839.
	        
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