Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

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große Eisenbahnlinien in seinen Besitz zu bringen. Croffut 
gibt an, er habe 1861 ein Vermögen von 20 Millionen Dollar 
gehabt; andere Autoren behaupten, sein Reichtum habe 
10 Millionen Dollar nicht überstiegen. Er verstand nichts 
von Eisenbahnen, nicht einmal die ersten Anfangsgründe 
ihrer Technik oder Verwaltung. Er verließ sich nur auf 
eins: auf die brutale Macht des Geldes mit ihren Hilfs- 
mitteln, Intrigen, Bestechungen und Betrügereien. 
Viertes Kapitel 
DIE ENTWICKLUNG DES VANDERBILT-VERMÖGENS 
N Ausbruch des Bürgerkrieges, als die See den 
Kaperschiffen preisgegeben war, hatten die ameri- 
kanischen Reeder auf einmal eine Menge überflüssiger 
Schiffe. Da sie sich gezwungenermaßen vom Seehandel 
zurückziehen mußten, sahen sie sich nach zwei Auswegen 
um, erstens nach einer Verwendung für ihre Schiffe, zwei- 
tens nach einer neuen und sicheren Methode, Millionen zu 
erwerben. 
Die meisten ihrer Schiffe waren so miserabel gebaut, daß 
ausländische Kapitalisten sie zu keinem Preise kaufen woll- 
ten. Viele dieser Dampfer, die in dem kurzen Zeitraum von 
neunzig Tagen in aller Eile gebaut waren, nur in Hinblick auf 
sofortigen Gewinn und ohne sonderliche Rücksicht auf ihre 
Leistungsfähigkeit, waren in besorgniserregendem Zu- 
stande. Daß sie überhaupt Reisen überstanden, war reine 
Glückssache; Jahr für Jahr ging eins dieser so gebauten Schiffe 
nach dem anderen unter. Collins hatte viele seiner Schiffe 
verloren, ebenso andere Dampfschiffgesellschaften. Die 
Chronik der Seereisen war eine lange, grauenvolle Kette von 
Tragödien; alle Augenblicke kamen Berichte über unter- 
gegangene oder vermißte Schiffe. Tausende von Ein- 
wanderern, die im Zwischendeck einfach eingeschlossen 
wurden, kamen um, ohne auch nur um ihr Leben kämpfen 
zu können. Die Kajütenpassagiere hatten es besser; ihnen
	        
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