Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

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Trotzdem waren sie vom Marinedepartement abgenommen 
worden. 
In den Friedenszeiten hatten die kommerziellen Interessen 
die erheblichsten Schwindeleien in Szene gesetzt, indem sie 
der Regierung allerhand wertlose Gegenleistungen ver- 
sprachen. Das waren gerade die Leute, die ihren begeister- 
ten Patriotismus so lebhaft betonten. Der Bürgerkrieg 
stellte diesen angeblichen Patriotismus auf die Probe. Wenn 
je in einem Kriege Regierung und Volk jeden Nerv und jede 
Hilfsquelle anspannen mußten, um einen großen Konflikt 
durchzufechten, so war das im Bürgerkriege der Fall. 
Dieser Krieg hatte nur das eine Ergebnis, daß die Neger- 
sklaverei gegen eine Ausdehnung des Systems der Lohn- 
sklaverei ausgetauscht wurde. Aber das durchschaute das 
Volk nicht deutlich. Die Soldaten der nördlichen Staaten 
glaubten für die edelste Sache zu kämpfen, und die Masse des 
Volkes hinter ihnen war zu jedem Opfer bereit, um in einem 
Kampfe zu siegen, dessen Ziel die Einschränkung oder die 
Aufhebung der Negersklaverei war. , 
Wie handelte nun die kapitalistische Klasse gegen die Re- 
gierung oder vielmehr gegen Heer und Marine, die so 
heroisch ihr Blut in den Schlachten vergossen und ihr Leben 
im Feldlager, in Hospitälern und Militärgefängnissen aufs 
Spiel setzten? 
Die Plünderung während des Bürgerkrieges 
Die Kapitalisten bewiesen ihren glühenden Patriotismus 
in weitem Maße, indem sie aus der großen Krisis riesige Ver- 
mögen herausschlugen. Sie belasteten die Regierung mit 
den zehnfachen Herstellungskosten für die Kriegsmunition, 
eine Munition, die häufig so wertlos war, daß sie nach dem 
Ankauf weggeworfen werden mußte‘). Sie lieferten schlechte 
*) Am 28, Februar 1863 wies der Abgeordnete J. W. Wallace im Unterhaus des 
Kongresses auf die Notwendigkeit der Errichtung weiterer staatlicher Gewehr- und 
Geschützfabriken hin: „Waffen wie Munition, die von der Regierung von privaten 
Lieferanten und ausländischen Fabriken bei Beginn des Bürgerkrieges gekauft wur- 
den, hätten außer ihrem wirklichen Herstellungswert wohl zehnmal so viel gekostet, 
wie für Errichtung und Betrieb der durch Kommissionsbeschluß empfohlenen 
Gewehr- und Geschützfabriken erforderlich gewesen wäre. Ich bin überzeugt, daß
	        
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