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ungeeignet, nicht wenige waren direkt verfallen. Nach einer
oberflächlichen Reparatur wurden sie an die Regierung ab-
geliefert. Obwohl Vanderbilt wußte, daß nur Ozeanschiffe
gebraucht wurden, charterte er Fahrzeuge, die bis dahin
lediglich Binnengewässer befahren hatten. Keine einzige
Vorsichtsmaßregel wurde von ihm oder seinen Genossen ge-
troffen, um das Leben der Soldaten zu schützen.
Unter den Kommerziellen war es Brauch, daß wenigstens
zwei Seekundige an Bord sein mußten, besonders auf
offener See. Obwohl nun das Leben von Tausenden von
Soldaten auf dem Spiel stand und alte, schlechte Schiffe
zur Verwendung kamen, unterließ Vanderbilt es nach Aus-
sage der Zeugen in mehr als einem Falle, mehr als einen
Seemann anzuwerben und die nötigen Instrumente und
Karten zu besorgen. Bei Erwähnung dieser Tatsachen sagte
Senator Grimes: „Als Kommodore Vanderbilt und andere
mit der Expedition in Verbindung stehende Herren befragt
wurden, warum sie keine Seeleute, Instrumente und Karten
an Bord nähmen, war die Antwort, daß die Versicherungs-
gesellschaften und die Eigentümer der Schiffe das Risiko
übernähmen, obwohl“ — fährt Senator Grimes fort — „die
Regierung doch für das Leben ihrer tapferen Untertanen, die
sie unter ihrem Banner versammelt und mit dieser Expe-
dition hinausgesandt hatte, gar kein Risiko wollte“1). Wenn
die Expedition bei Kap Hatteras z. B. einen schweren Sturm
erlebt hätte, wären wahrscheinlich die meisten der Schiffe
gescheitert. Glücklicherweise war das Wetter für die Fahrt
günstig.
Die Betrügereien bleiben ungestraft
Machte nun die Regierung auch nur im geringsten Miene,
Vanderbilt und seine Werkzeuge zu verhaften, unter An-
klage zu stellen und zu bestrafen? Nein. Das komödienhafte
Ergebnis war, daß dem Senat der Vereinigten Staaten eine
Resolution vorgelegt wurde, auf Fahrlässigkeit zu erkennen.
Vanderbilt ließ sofort seine Drähte spielen, und als die
s A. The Congressional Globe, 37. Congress, Third Session, 1862—1863, Teil ı,
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