zu bekommen. 1864 wurde er Eigentümer der Mehrheit der
Aktien der New York- und Hudson River-Eisenbahn.
Diese Linie fuhr am Hudson entlang und endete im unteren
Teile der Stadt New York. In gewisser Weise machte sie der
New York- und Harlem-Eisenbahn Konkurrenz.
Jetzt kam dem alten Magnaten ein hervorragender Ge-
danke. Warum sollte er diese beiden Eisenbahnen nicht
verschmelzen ? Allerdings war dafür die Genehmigung der
New Yorker Legislatur nötig. Doch diese mußte unschwer
zu erlangen sein. Vanderbilt kannte die Mittel gut, sich
seinen Weg zu bahnen. In jenen Jahren, als das Volk die
Konkurrenz als unerläßlich anzusehen gelernt hatte, be-
stand eine allgemeine lebhafte Opposition gegen Konsoli-
dierungen. Man befürchtete, daß hierdurch Monopole ent-
ständen.
Die Kosten für die Bestechung der Gesetzgeber, eine
Verfügung so allgemein aufreizenden Charakters zu er-
lassen, würden erheblich sein, aber immerhin würde es sich
im Vergleich mit den ungeheuren Gewinnen, die er erzielen
würde, um eine Kleinigkeit handeln. Die Konsolidierung
würde ihm auch erlauben, das Aktienkapital der vereinigten
Bahnen höher anzusetzen. Obwohl er in Wirklichkeit Besitzer
der beiden Eisenbahnen war, stellten diese gesetzlich zwei
getrennte Begriffe dar. Als Besitzer der einen Linie konnte
er mit sich selbst als dem Eigentümer der andern unter-
handeln und den Kaufpreis bestimmen. So konnte er durch
eine Schiebung ungeheure Mengen Aktien und Obligationen
an sich bringen, die ihn persönlich keinen Pfennig kosteten.
Die einzige Ausgabe, die Bestechungsgelder und die Emis-
sionskosten, legte er seinen Gesellschaften zur Last. Wenn
die Tarife erhöht und die Löhne herabgesetzt würden,
konnte für alle Aktien eine Dividende bezahlt und damit ihr
dauernder Wert außer allen Zweifel gestellt werden.
List gegen List
Die Mehrheit des New Yorker Parlaments war gekauft.
Es hatte den Anschein, als würde der Konsolidierungsantrag
ohne Schwierigkeit durchgehen. In aller Stille aber taten