Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

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meinde von neuem durchmacht. Zwei Gruppen des aus- 
erwähltesten Dollarfürstentums wurzeln vor allem in die- 
sem unerschöpflichen Wertsammelbecken: die Astor-New 
York und die Marshall Field und Leiter-Chikago; ähn- 
lich noch die Longworth-Cincinnati, deren einer Spröß- 
ling, Nicholas, bekanntlich die Tochter Roosevelts als 
Gattin heimführte. 
Der erste große Astor (John Jakob, 1764—1848) war 
bereits im Pelzhandel reich geworden, als er die Auf- 
schwungsmöglichkeiten New Yorks mit richtigem Augen- 
maße übersah und, meist zu Spottpreisen, den Boden 
Manhattans und New Yorks Block um Block und heutiges 
Stadtviertel um Stadtviertel in seine Gewalt brachte: 
„Binnen weniger Jahre nach der Panik von 1837 vermehrte 
sich der Reichtum Astors in unerhörter Weise. Die Ge- 
schäfte lebten auf, die Werte schnellten empor. Erst jetzt 
stieg die Einwanderung. zu voller Flut. 1843 landeten 
60 000 Einwanderer im Hafen von New York, vier Jahre 
spiter waren es jährlich 129 000; dann schwoll die Jahres- 
ziffer auf 300 000 an, und seitdem blieb das Wachstum un- 
unterbrochen. Ein großer Teil dieses Zustroms blieb in 
der City. Das umliegende Acker-, Fels- und Sumpfland der 
alten City von 1812, mit ihren 100 000 Einwohnern, wurde 
zu der dichtbesiedelten Hauptstadt von 1840, mit 317 712 
Einwohnern, und 1850 mit beinahe einer halben Million. 
Land war in Nachfrage wie nie zuvor. Die City dehnte 
sich weiter und weiter aus. Bauplätze, die ein paar Jahre 
zuvor leer geblieben waren, überfüllten sich mit einer eng 
zusammengepackten Bevölkerung. Der Grundbesitzer- 
teichtum und die Armenviertel blühten gemeinsam auf, 
eines das andere bedingend.“ 
Die unerschütterliche Korruption der New Yorker Stadt- 
verwaltung kam dem glücklichen und von vornherein mit 
großen Mitteln ausgestatteten Terrainspekulanten dabei 
stets auf halbem Wege entgegen. Die Gemeinde hielt da- 
mals noch viel Grund und Boden in eigenem Besitz. Aber 
auf der Manhattaninsel breiteten selbst da, wo heute die 
Wolkenkratzer in langen dichten Reihen ihr Haupt gen 
Himmel erheben, an zahlreichen Stellen Sümpfe und Tüm-
	        
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