Object: Vergangenheit und Zukunft der Sozialwissenschaften

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hat das nicht auch seine guten Seiten? Ist es nicht 
Keichtum, wenn auch unbeherrschbarer, an Stand 
punkten, Lebensinhalten, Weltauffassungen? Schenkt 
das nicht jedem gerade die Welt, die ihm die schönste 
ist? Ist etwa die Alternative — ihre Möglichkeit 
vorausgesetzt — ein Ideal, vor dem sich alle 
beugen müßten ? Übrigens, wir dürfen die Einheit und 
die „Objektivität“ vergangener Kulturen nicht über 
schätzen. Die „Kulturkreise“ waren früher enger 
— das für „kulturelles Leben“ in Betracht kommende 
alte Born hätte man zur Not in ein einziges Theater 
pferchen können — und innerhalb derselben die 
Lebensverhältnisse homogener. Aber das ist auch 
alles. Darüber hinaus dürfte es nicht so zweifellos 
sein, daß wir von „nichtsubjektivistischer“ Kultur 
z. B. im alten Griechenland sprechen können. Und 
die Höhepunkte antiker wie neuerer Kultur—waren 
sie nicht stets durch das Ausbrechen des Individu 
ellen, Subjektiven aus früheren festen, einheitlichen 
Kulturformen charakterisiert, so unangenehm diese 
Wahrheit unserer Beamtenphilosophie klingen mag? 
Gab es, kurz gesagt, jemals wirklich unsubjektivi- 
stische Kulturen außerhalb von Hottentottenkrals ? 
Je aufrichtiger wir unserer intellektuellen Situation 
ins Auge sehen, je sorgfältiger wir — als Männer 
der Wissenschaft — das einzelne Theorem als intel 
lektuelle Grundlage achten, um so fruchtbarer wird 
die Epoche für uns sein, die vor uns liegt. Es ist eine 
Epoche konstruktiver Lust, keine kritisch-sammelnd 
gestimmte, darüber kann kein Zweifel sein. Ihr Inhalt 
ist durch jene Strömung gegeben, die ich früher als
	        
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