2, —_
die sie passierte, wurden veranlaßt, Geld, Terrain und
Privilegien beizusteuern. Von Privatpersonen im Staate
New York wurden ihr Terrains überwiesen, die damals
400 000 bis 500 000 Dollar!), heute aber viele Millionen
wert sind. Außerdem wurden ihr mancherlei besondere
Privilegien und Freiheiten bewilligt. Das geschah in allen
Staaten, welche die Eisenbahn berührte. Die Bau- und
Anlagekosten wurden fast völlig durch diese Subventionen
gedeckt ?).
Im Vertrauen auf die schönen Versprechungen der Unter-
nehmer wiegte sich das Volk in der frohen Zuversicht, daß
sein Anteil gesichert sei. Aber einmal ums andere wurden
die Parlamente durch Bestechung veranlaßt, geheime Ver-
fügungen zu erlassen, nach denen die Eisenbahn unein-
geschränkt in den Besitz einer kleinen Gruppe von Unter-
nehmern und Spekulanten überging. Das Volk wurde nicht
nur um die Summen betrogen, die durch allgemeine Steuern
aufgebracht und zum Bau der Bahn verwendet waren — wie
es bei den meisten Eisenbahnen der Fall war —, sondern
dieses selbe Geld wurde von den kapitalistischen Besitzern
als Privatkapital betrachtet, es wurden daraufhin riesige
Mengen Obligationen und Aktien ausgegeben, und der Be-
völkerung wurden hohe Verkehrsspesen abgenommen, um
die erforderlichen Zinsen und Dividenden für diese riesigen
Emissionen zu bezahlen.
Der Spekulant Drew wird Direktor
Die wechselnden Leiter der Erie-Eisenbahn, die mit dem
Verschlucken der öffentlichen Subventionen noch nicht zu-
frieden waren, plünderten auch noch das Gesellschaftsver-
mögen und betrogen ihre Aktionäre. Es wurde so wenig Wert
1) Report on the New York and Erie Railroad Company, New York State
Assembly Document No. 50, S. 1842; ferner: Investigation of the Railroads of the
State of New York, 1879, 1, S. 100.
?) „Die Erie-Eisenbahn wurde von den Bürgern dieses Staates mit dem Gelde
des Volkes erbaut. Der Staat überwies der Korporation 3 Millionen Dollar. Durch
betrügerische Ausgabe von mehr als 50 Millionen Dollar Aktien wurde das Besitztum
der Linie gestohlen, wenn man es beim rechten Namen nennen will“... „An Analy-
sis of the Erie Reorganisation etc.‘“, die dem Parlament durch John Livingstone,
Esq., den Rechtsanwalt der Aktionäre der Erie-Eisenbahn, eingereicht wurde.