auf eine tüchtige Verwaltung gelegt, daß in kurzen Zwischen-
räumen bedenkliche Katastrophen eintraten. Es kam aber
eine Zeit, wo die alten Lokomotiven, Wagen und Gleise
in so verfallenem Zustande waren, daß eine Neuanschaffung
nicht länger aufgeschoben werden konnte. Dazu war Geld
erforderlich, und das Vermögen der Gesellschaft war durch
ständige Schröpfung erschöpft.
Die Direktoren fanden endlich einen Geldmann in Daniel
Drew. Für sein Darlehn forderte Drew die übliche Sicher-
heit. 1855 hatte er fast 2 Millionen Dollar vorgestreckt —
500 000 in bar, das übrige in Anweisungen. Die Direktoren der
Erie-Bahn konnten nicht zurückzahlen, und die Bahn ging in
seine Hände über. Obwohl er mit der Eisenbahnverwaltung
ebensowenig Bescheid wußte wie mit Buchführung, gab er
sich keine Mühe, dies zu lernen; während des folgenden
Jahrzehnts benutzte er die Erie-Eisenbahn einfach als Mittel,
um ihren Aktienkurs an der Börse zu beeinflussen. Auf
diese Weise nahm er einer großen Zahl von spekulierenden
Dummköpfen insgesamt viele Millionen ab.
Der alte Cornelius Vanderbilt sah es voll Ungeduld mit
an. Er sah die ungeheuren Gewinne vor Augen, die ihm zu-
fließen würden, wenn er Besitzer der Erie-Eisenbahn wäre,
daß er den Wert der Bahn beträchtlich erhöhen könnte,
indem er sie besser ausstattete, und daß er dieselben Aktien-
emissionen durchführen konnte wie bei seinen andern Trans-
aktionen. Viele Millionen würden sein eigen sein, wenn er
sich die Majorität der Aktien aneignete. Außerdem würde
die Eisenbahn wahrscheinlich in einiger Zeit ein gefähr-
licher Konkurrent seiner eigenen Bahnen werden. Vander-
bilt fing im geheimen an, Aktien zu kaufen. 1866 hatte er
die Majorität in Händen. Drew und seine Scheindirektoren
wurden abgesetzt. und Vanderbilt stellte seine eigenen ein.
Vanderbilt verdrängt Drew und setzt ıhn dann wieder ein
Der Wechsel wurde mit Vanderbilts gewohnter brüsker
Schnelligkeit durchgeführt. Drew war scheinbar ruiniert.
Er hatte aber noch ein letztes Mittel, und dies wandte er
jetzt mit schauspielerischer Geschicklichkeit an. In Tränen