Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

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schickt die Besorgnisse, den Neid und den mächtigen 
Egoismus der Mittelklasse, indem er darauf hinwies, wie 
sehr sie von der Gnade Vanderbilts abhängig sein würde, 
wenn es diesem gelänge, die Erie-Eisenbahn und andere 
Bahnen seinem ohnehin beträchtlichen Bestand hinzuzu- 
fügen. 
Solche Argumente mußten Erfolg haben; und daß sie ihn 
hatten, ergibt sich aus der Bereitwilligkeit, mit der die ge- 
werbetreibenden Klassen seine Bestechungen und Betrü- 
gereien entschuldigten, weil er der einzige Mann zu sein 
schien, der bewies, daß er Vanderbilt hindern konnte, die 
ganze Eisenbahnverwaltung der Stadt New York zu ent- 
reißen. Mit großer Naivität nahm die Mittelklasse an, 
daß er um ihretwillen kämpfe. 
Gould kannte die erbitterten Gefühle gegen Vanderbilt 
sehr gut; er benutzte sie und drang Schritt für Schritt vor, 
immer in der Maske des großen Befreiers. 
Die kleinen Aktionäre der Erie-Eisenbahn konnte Gould 
leicht beschwichtigen, indem er eine höhere Dividende aus- 
schüttete, als sie unter dem früheren Regime bekommen 
hatten. Das machte er durch das Schwindelmanöver der 
Neuausgabe von Obligationen möglich, indem er aus dem 
daraus resultierenden Verdienst Dividenden bezahlte. 
Trotzdem stand jetzt das Ende der Gouldschen Aus- 
plünderung der Erie-Eisenbahn bevor. Wenn die kleinen 
Aktionäre auch einverstanden waren, so waren doch die 
englischen Aktionäre entschlossen, selbst die Verwaltung an 
sich zu reißen. 
Goulds Direktoren bestochen 
Sie machten nicht wieder den Versuch, zum Gesetz ihre 
Zuflucht zu nehmen. Sie schickten an ihre amerikanischen 
Agenten die Summe von 300 000 Dollar, womit eine Anzahl 
der Direktoren Goulds bestochen werden sollte. Da Gould 
diese Direktoren als Werkzeug benutzt hatte, waren sie 
ärgerlich, weil er die ganze Beute selbst behalten hatte. 
Wenn er ihnen nur einen Teil abgegeben hätte, wäre ihre 
Stimmung eine ganz andere gewesen, Die 300 0o0o Dollar
	        
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