Full text : Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

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gefeimten Greueln des Fabrik- und Landmagnatensystems
konkurrieren.
Nach Beginn des Bürgerkrieges war Gold äußerst knapp
und nur gegen Prämie zu haben. Die Vorräte von diesem
Metall, dem gelben Golde, die die relativen Werte der
Löhne und Lebensbedürfnisse regelten, waren monopolisiert
 durch die mächtigen Banken. 1869 waren nur 15 Millionen
 Dollar Gold in den Vereinigten Staaten in Umlauf.
Gould faßte nun den Plan, sich der vorhandenen 15 Millionen
 Dollar Gold zu bemächtigen und selbst die Preise
dafür zu bestimmen. Er wollte nicht nur von dem wirklichen
 Handel seinen Tribut fordern, sondern die ganze
Gruppe der Goldspekulanten bis aufs Blut aussaugen, denn
damals wurde in sehr ausgedehntem Maße in Gold spekuliert.
Um den vielen Goldspekulanten entgegenzukommen
hatte die Börse einen „Goldraum“ eingerichtet, der ausschließlich
 für den spekulativen Verkauf und Ankauf von
Gold bestimmt war. Gould war überzeugt, daß sein Plan
nicht mißlingen würde, wenn die Regierung nicht einen
Teil von den 25 Millionen Dollar Gold in Umlauf setzte,
die im Staatsschatz als Reserve aufbewahrt wurden.
Die Hauptsache war also, sich zu vergewissern, ob die Regierung
 beabsichtigte, diese Summe gänzlich von der Zirkulation
 auszuschließen.

Gould besticht die Regierungsbeamten

Um diese Information zu bekommen bestach er A. R.
Corbin, einen Schwiegersohn des Präsidenten Grant, und
gewann ihn damit für seine Interessen. Es wurde verabredet,
daß Gould für 2 Millionen Dollar Goldanleihen auf Corbins
Rechnung kaufen sollte, ohne irgendwelche Sicherheit zu
verlangen*). Auf diese Weise gedachte sich Gould einen Spion
innerhalb des Weißen Hauses zu sichern. Als der Preis des
Goldes dauernd stieg, hatte Corbin von seinem Anteil einen
wöchentlichen Profit von 25 000 Dollar. Um das weitere

*) Gold Panic Investigation, House Report, No. 31, Forty-first Congress,
Second Session, 1870, S. 157. Corbins Empfänglichkeit für Bestechungen war bekannt.
 Er gab seine Teilhaberschaft 1857 vor einer Untersuchungskommission zu.
            
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