Full text : Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

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mit Erfolg tun zu können mußte er zugleich die Ankäufe
fortsetzen, damit der Preis noch weiter in die Höhe ginge.
Solche Methoden waren vom Börsenkodex untersagt,
der gewisse Regeln vorschrieb; denn wenn auch die Börsenmitglieder
 sich gegen außenstehende Elemente keinerlei
Beschränkung auferlegten, bestanden doch unter ihnen
selbst gewisse Regeln, die jegliches Doppelspiel im Verkehr
untereinander verboten. Vergleichsweise war es genau so,
als wenn eine Gruppe gewerbsmäßiger Falschspieler, die
ohne Bedenken den Ahnungslosen ausplündern, darauf bestände,
 daß unter ihresgleichen die peinlichste Ehrlichkeit
gewahrt werden sollte. Ob aber Vorschrift oder Nichtvorschrift,
 niemand konnte die Tatsache leugnen, daß viele der
hervorragendsten Geldleute häufig und erfolgreich dieselben
Methoden angewandt hatten, die Gould jetzt einschlug.
Während Gould heimlich seine Goldvorräte absetzte,
animierte er seine Verbündeten und seine Schar von fünfzig
oder mehr Maklern, mehr Gold zu kaufen!). In dieser Zeit
scheinen Fisk und sein Partner im Maklergeschäft, Belden,
eine Ahnung von Goulds wirklichen Absichten gehabt zu
haben; doch beschränkte sich ihr Wissen auf die Bruchstücke,
die Gould ihnen anvertraute, und etliche eigene Mutmaßungen.
 Gould ließ gerade so viel verlauten, um ihre
Beutegier anzureizen. Sicher hat Gould mit ihnen ein geheimes
 Abkommen getroffen, nach welchem er die in ihrem Namen
 gemachten Goldankäufe nicht anzuerkennen. brauchte.
Außerhalb der Börse machte Fisk einen recht albernen und
liederlichen Eindruck mit seiner Putzsucht, seiner Eitelkeit
 und Protzerei, seinem soldatischen Wesen, seinen
protzigen, albernen Manieren und seinem Hofstaat von
Dirnen. In der Wall-Street aber war er ein mächtiger Geschäftsmann.
 Gerade die Eigenschaften, die ihn im gesellschaftlichen
 Leben gewissermaßen lächerlich machten,
wandelten sich zu kraftvoller Geschlossenheit unter der
Schar der Spekulanten. Fisk hatte eine teuflische Frechheit
an sich, die imponierte, einschüchterte und irreleitete; er
war ein guter Deckmantel für Goulds Intrigen und Komplotte
 im Hintergrunde.
1) Gold Panic Investigation etc., S. 12.

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