Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

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zierung stabil, und die Anhäufung großer Bodenbesitzungen 
zing später unter englischer Herrschaft noch intensiver vor 
sich. In New York befanden sich damals die wichtigsten 
kolonialen Ländereien und die wichtigsten Privatvermögen. 
Viele der Beamten und Direktoren der Holländisch- 
Westindischen Gesellschaft waren Amsterdamer Kaufleute. 
Unternehmende, ideenreiche, selbstbewußte Männer, waren 
sie auf den Geldmärkten mächtig, wurden aber von der 
alten holländischen Aristokratie ausgenutzt und über die 
Achsel angesehen. Nachdem sie Reichtümer zusammen- 
gescharrt hatten, geizten diese Kaufleute danach, Gründer 
großer Besitzungen zu werden und als mächtige Fürsten 
inmitten weiter Besitzungen zu leben, wenn es auch 
eigentlich Einöden wären. Zu diesem Ehrgeiz gesellte sich 
das kaufmännische Motiv, das Land, woher die Felle, 
Pelze und Nutzhölzer kamen, und die fischreichen Wasser 
selbst zu besitzen. 
Einer dieser Direktoren war Kiliaen van Rensselaer, ein 
Amsterdamer Perlenhändler. 1630 kauften seine Agenten 
den Indianern für ihn eine Besitzung von 24 Meilen Länge 
und 48 Meilen Breite an dem Westufer des Hudson ab. 
Sie war schätzungsweise 7000 Morgen groß und umfaßte 
die jetzigen Grafschaften Albany, Rensselaer, einen Teil 
der Grafschaft Columbia und einen Streifen des heutigen 
Massachusetts. Und was war der Preis für diesen weiten 
Besitz? Die Register erwähnen freigebigerweise „gewisse 
Mengen Wolltuch, Äxte, Messer und Muschelschnüre“‘, 
mit anderen Worten: der Perlenhändler bekam ihn fast 
umsonst. (Es wird zwar gesagt, Kiliaen van Rensselaer 
hätte Amerika besucht, es scheint aber erwiesen, daß er 
niemals dort war, sondern sich durch Agenten vertreten 
ließ. Dabei war er der mächtigste aller Patrone.) Zwei 
andere Direktoren — Godyn und Bloemart — wurden 
Eigentümer großer Feudalstaaten. Einer davon, worin 
jetzt New Jersey liegt, umfaßte 64 Quadratmeilen. 
So schlugen diese Direktoren zwei Fliegen mit einer 
Klappe. Ihr Stolz war befriedigt durch die unumschränkte 
Herrschaft über unermeßliche Areale, und gleichzeitig gab 
ihnen der Besitz des Landes die mannigfachen Vorteile
	        
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