Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

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zur Verhütung der Armut bildeten, daß fast alle zu den 
Schiffern und Kaufleuten gehörten, die an den üblichen 
kaufmännischen Schwindeleien teilhatten. 
Girard und Astor waren die feinsten Produkte dieses 
Systems; sie taten in größerem Maßstabe, was andere in 
kleinerem taten. Die neidischen Angriffe ihrer Konkur- 
renten schrieben ihre Erfolge ‚ihrer Hartherzigkeit und 
Gemeinheit zu, während ihre Bewunderer sie für Genies 
erklärten. Beides ist falsch. Ihr Millionenerfolg ist bloß 
eine ungewöhnliche Bekundung des ganz gewöhnlichen 
Strebens der Handelsklasse. Ihre Methoden waren nur eine 
geschickte Verfeinerung allgemein üblicher Methoden. Sie 
spielten mit vielen anderen zusammen das Spiel, bei dem 
Millionen gewonnen und das Volk gleichzeitig dem tiefsten 
Elend überantwortet wurde — und sie gewannen am meisten. 
Der Besitz regiert 
Die Verfassung der Vereinigten Staaten wurde so zu- 
geschnitten, daß sie dem Volke so viel direkte Macht weg- 
nahm, wie die Klassen der Besitzer und der Händler haben 
wollten. Die meisten Staatsverfassungen wiesen schroffe 
Unterscheidungen in bezug auf den Besitz auf. In Massa- 
chusetts konnte niemand Gouverneur werden, der nicht 
Christ mit 1000 Pfund Sterling netto war; in Nord-Carolina 
mußte er für 1000 Pfund Sterling Grundbesitz aufweisen, in 
Georgia 500 Morgen Land und 4000 Pfund Sterling, in 
New Hampshire für 500 Pfund Sterling Landbesitz. In Süd- 
Carolina wurden 1500 Pfund Sterling in schuldenfreiem 
Grundbesitz gefordert. In New York durften nach der Ver- 
fassung von 1777 nur dort residierende Grundbesitzer mit 
100 Pfund Sterling in schuldenfreiem Boden bei der Wahl 
des Gouverneurs und anderer Staatsbeamten stimmen. 
Der Theorie nach waren religiöse Grundsätze maßgebend, 
in Wirklichkeit aber die Anschauungen der besitzenden 
Klasse. In der Kirche wurde von Gleichheit, Demut und 
anderen Tugenden geredet, aber der Besitzlose bekam kein_ 
Stimmrecht, So klafften in Gemeinden, wo in Verfassung, 
Sitte und Gesetz immerfort die stärksten religiösen Über-
	        
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