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benutzten dies, um volle Koalitions- und Streikfreiheit für sich in
Anspruch zu nehmen.
II.
Die neue Periode der Arbeitskammern.
Mit der neuen Wendung der italienischen Politik, die von
der Reaktion zum Liberalismus überging, sahen sich die Arbeitskammern
gegenüber einer sehr großen Streikbewegung, die sie
zuerst zu führen suchten, ohne daß ihnen das allzu häufig gelang,
und die sie später bekämpfen und energisch eindämmen mußten,
um ihre üblen Folgen für die Arbeiter abzuwenden. Wir werden
sehen, wie die Arbeitskammern, um die Widerstandsbewegung des
Proletariats erst zu leiten und dann zu mäßigen, alle Energie
aufwandten und wie es ihnen gelang, nur nach und nach die
Massen zu erziehen und die soziale Gesetzgebung vorzubereiten.
Es ist nicht wenig, was aus ihrer Initiative Gesetz ward oder
werden wird.
Zahlen werden einen besseren Begriff als jede andere Darlegung
von der Ausdehnung der Streikbewegung geben. Von
1879 bis 1890 vermehrte sich die Zahl der Streiks von 28 auf
133, die der Streikenden von 4011 auf 38402, aber im Jahre
1890 verlief der 1. Mai blutig und es herrschte die Crispische
Reaktion. Im folgenden Jahre ging die Zahl der Streiks auf
128, die der Streikenden auf 34733 zurück, im Jahre 1891 auf
117 bzw. 30184. Kaum schienen sie wieder zu steigen auf 127
bzw. 31628 wegen des wieder gewonnenen Vertrauens, so erfolgte
im Jahre 1893 das Niederschießen der Bauern in Sizilien,
Anfang 1894 die Prozesse gegen die sog. „Fasci" und die zweite
Crispische Reaktion, die Zahl der Streiks ging auf 104, die der
Ausständigen auf 27595 zurück und im Jahre 1895, in dem
die Ausnahmegesetze gegen die Anarchisten gemacht und auf die
gesamte Opposition gegen Crispi angewandt wurden, erreichte die
Zahl der Streikenden nur 19302, obwohl die Streiks auf 126