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stiegen, weil die Massenstreiks mit 800 bis 5000 Teilnehmern
ganz verschwunden waren. Im Jahre 1896, als die Schlacht bei
Adua und der Sturz Crispis erfolgte, stiegen die Zahlen wieder
auf 256 bzw. 96501, so hoch wie nie zuvor. Diese Ziffer blieb
im Jahre 1897 fast unverändert, aber im Jahre 1898, als die
traurigen Maiaufstände erfolgten, stieg wohl die Zahl der kleinen
Streiks auf 256, aber die Zahl der Streikenden ging um mehr
als die Hälfte (35 705) zurück, weil die Militarifation der Eisenbahner
und die Drohung, diese Maßregel auszudehnen, die Arbeiter
erschreckten.
Im Jahre 1899 stieg die Ziffer wieder auf 259 und 43194.
Im Jahre 1900 erfolgte die Obstruktionsschlacht und der traurige
Tod des Königs, die beide die Freiheit zu gefährden schienen,
aber die Entwicklung ging weiter: 383 Streiks mit 80858 Teilnehmern.
Im Jahre 1901 machte die eben gewährte Freiheit das
Streikfieber hitziger, die Ausstände stiegen auf 889 in der Industrie,
295 im Handel und 660 im Ackerbaugewerbe, mit großen
Massen Streikenden, 1000, 2000, ja bis 9000 und 15000 Teilnehmern
und einer Verdoppelung der Zahl der Industriezweige,
die von ihnen betroffen wurden?)
Was die durch die Streiks erlangten Vorteile anbetrifft, so
bieten sie interessante Vergleichspunkte mit denen durch direkte
Verhandlungen der Arbeiter und namentlich in der Arbeitskammer
mit den Industriellen erreichten. Besonders bemerkenswert
war die Bewegung der Eisenbahner der großen Netze Adriatiea
und Mediterranea, denen es durch Streikdrohung und durch die
Kraft ihrer Organisation gelang, in den Verhandlungen Aufbesserungen
ihrer Gehälter um 24 Millionen Lire zu erhalten.
Aber am charakteristischsten war die Bewegung der Landarbeiter,
die sich plötzlich aus der Unterwürfigkeit dem Besitzer und dem
Pfarrer gegenüber erhoben, sich unter dem Einfluß der sozialisti-0
Man vergleiche die Studien A. Schiavis über die Arbeiterbewegung
in der „ßifoi-ma Sociale“: Due anni di agitazioni proletarie (Heft 2,
Jahr IX, Band XII) und Lavoratori e padroni nel 1902 (Heft 4, Jahr X,
Band XIII).