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'Mäubiger8.) „Ungemwiß“ ijt demnadh auch, was nur die Varteien nicht wiffen
‚vgl. die oben angeführte ROCS.).- en , ,
8 muß {ich aber immer um eine Ungewißbeit beider Teile handeln.
Viegt nur auf einer Seite eine Ungewißbeit vor, fo Können die Örundfäße
über Anfechtung wegen Irrtums oder argliltiger Täufgdung zur
Anwendung fommen (vol. aber auch RORN.-Komm. Bem. 2). ,
Ueber den Einfluß eines bereit8 vorliegenden rechtSiräftigen Urteils
|. unten Bem. IV, c und B, ML, 2.
4, Die Beilegung muß im Wege gegenfeitigen NadhgebensS erfolgen (WNietlh
a. a. OD. dagegen hält diefes Moment nicht für wefentlich). |
a) Diejer Ausdruck foll nicht im juriftifgH-tehnifchen Sinne, Jondern nach dem
Spradhgebrauche des Schen3 aufgefaßt werden, Val. bien %. IL,
525, R®. in Sur. Wichr, 1903 Beil. S. 100, Gruchot, Beitr. Bd. 49 S. 106 ff.
Recht 1904. S. 576, NOS, DENE 1908 Mr. 1961. Das NMacdhgeben einer
Partei fan dabei ganz geringfügig Jein (3. B. Nachlaß einer verjährten
Forderung als Nachgeben, 1. RG. a. a. D.); jedes Opfer, das eine Partei
zuf fich nimmt, genügt NOGE. Yur. Wichr. 1910 S. 280 Nr. 3).
Das gegenfeitige Zugeftändnis kann nicht bloß darin beiteben, daß der An-
ipruch teilmeife befriebigt oder aufgegeben oder teilweife al8 beftehend
der nicht beftehend anerkannt wird, fondern auch darin, daß er ganz De:
'riebigt bzw. aufgegeben oder durchaus als beftebhend oder nicht beftehend
ınerfannt wird und von der anderen Vartei eine Gegenleiftung anderer
Art gemacht oder verfprochen wird. Vgl. Windfheid-Kipp a. a. D., Seuff.
Arch. Bd. 36 Nr. 38 und NOS, Recht 1907 S. 1463. Diefe Gegenleiftung
rann einen fo verfchiedenen Inhalt haben, wie jede andere Bermögend-
Teiftung. So Kann 3. B. im Sinne diejer Erledigung auch eine gon8
ındere Sache al8 jene, um welche fich der Streit dreht, dem anderen
EA überlafien werden (vgl. Seuff. Arch. Bd. 35 Nr. 119, Bl. f. AU.
Bd. 44 S. 182, NROGSG. Bd. 1 S. 226 und ROSS. in Iur. Wichr. 1901
S. 138) oder e5 kann ein ganz anderes Forderungsrecht begründet werden;
a8 Nachgeben kann ferner auch in Nebernabme von Roften beftehen.
Wird dagegen nur von dem einen und nicht auch von dem anderen Teile
ein Augeltändnis gemacht, fo liegt fein Bergleich vor, fondern entweder
sin einjaches Änerkenntniz oder ein Verziht G. B. Erlaß einer Forderung)
wer e8 kann auch eine verltecte) Schenkung gegeben fein (vgl. Ken Hart:
mann im Archiv f. d. zivilift. Praxis Bo. 85 S. 38 ff), auch NOS, Hecht
[907 Mr. 3638), Bad. Yılpr. 1908 S, 165 (Karlsruhe), Seuff. Arch. Bd. 62
Nr. 265 (München). , ,
Hiezu gehören inshefondere auch jene alltäglichen Hölle, in denen der
Schulduer dem anderen Teil ich als Bittender nähert und einfeitig Stun
dung, Ratenzahlungen oder fonitige VBergünftigungen durdhzufeben weiß,
ohne daß ein Nachgeben feinerfeitzZ in irgendeiner Kichtung vorliegt (fo mit
echt Hedemann a. a. DO. S. 67, Vertmann, Der Vergleich S. 286; a, M.
Dernhurg, Bürger. N. II, 2 S. 110, Gaupp-Stein Anm. 6 zu S 794 3RO.
Wenn aber der unfichere Schuldner die SHorderung anerkannt und
urfundlich zu zahlen fich verpflichtet, was fonft erit umftändlih einzukflagen
müre, fo fann hierin die Gewährung eines Morteils von jeite des Schuldner2
liegen (vgl. Jur. Wichr. 1910 S. 280 Nr. 3 und RON.-Komm, Bem. 4).
Ueber die Frage, ob Stundung binjkichtlih der Nofjten ein Nacdhgeben
Zedeutet, vgl. Yijpr. dD. DLG. (Dresden) Bd. 13 S. 253.
5. Der Begriff des VBergleih3 wird dadurch nicht ausgefchloffen, daß derjenige, der
darin eine ‚Bahlung verfpricht, feine rechtliche Berpflihtung hiezu beitreitet und die Ge-
mährung ausdrücklich al8 einen Liberalitätsakt bezeichnet, bal. ROC. in Gruchot, Beitr.
Bd. 49 S. 106, Seuff. Urch. Bb. 60 S. 275, Recht 1908 Mr. 2663 (Karlsruhe); vol. aber
auch oben YBem. I, 4, c.
IL. Wefen des BergleichS:;
L. Im Grunde läßt fih der BergleihH in zwei Teile zerlegen (vgl. B. a. a. O.);
a) der obligatorifjdhe Beftandteil — diefer ift in allen Rüllen gegeben;
b) das objeftiu wirkende Gefchäft. Diefes it nichts Cinheitlidhes, jondern
nach den Umftänden verfchieden (Anerkennung, Verzicht, Stundung 2C.).
Regelmäßig fMlıeßen beide Teile in derfelben Mechtshandlung zufammen, 3. B.
Ubtretung einer Forderung in dem Vertrag über den Kauf der Forderung, die Ueber
ragung Des EigentumS an einer beweglidhen Sache beim NO Gier dagegen ift
jer oblinatoriiche Beitandteil de8 Vergleichs nur Kaufalgefhätt für die gegen-
N
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