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aber ist wohl das Messergeld der Chinesen, von welchem sogar
behauptet worden ist, daß aus dem runden, viereckig durchlochten
Handgriffknauf desselben der Kösch, d. h. die Bronze- oder
Messingmünze, sich entwickelt habe®).
Auch die Edelmetalle traten frühzeitig als Geld in Ver-
wendung. Vor allem Gold, das reichlich vorhanden war, später
auch Silber in Barren. Nach Edkins wäre im Norden, d. h. dem
Binnenland, Getreide und Kupfer; in der Mitte Kupfergeld, im
Süden Gold und Silber verwendet worden. Die südlichen Pro-
vinzen besaßen einen reichen Handel, unter anderm auch mit
Indien’). Arabische Kaufleute brachten Silber in die Häfen des
Südens, vor allem nach Kanton.
Früher als anderwärts kam in China das Papiergeld auf. Das
Papier ist im 2. Jahrhundert n. Chr. in China eingeführt worden.
Man bediente sich seiner zuerst im privaten Verkehr der Kauf-
leute und Banken. Der Gebrauch des Holzstockdrucks reicht bis
ins 6. Jahrhundert zurück. Etwa seit dem 9. Jahrhundert begann
der Staat sich des Notengeldes zu bemächtigen und die Noten-
emission selbst zu besorgen?). Als im 11. Jahrhundert die Re-
gierung infolge Kupfermangels das Eisengeld begünstigte, kam
dies dem Notengeld zustatten. Derselbe Mangel führte im
ı2. Jahrhunderte die neuen tartarischen Eroberer Nordchinas
dazu, eine Papiergeldwährung aufrechtzuhalten, um nicht von
dem Süden in Abhängigkeit zu geraten, wo hauptsächlich die
Meralle (Gold, Silber und Kupfer) gefunden wurden*). Umgekehrt
wurde 1173 die Ausfuhr von Silber und Seide nach dem Norden
verboten*).
Der bekannte Bericht des Venetianers Marco Polo vom
Ende des 13. Jahrhunderts!) enthüllt uns ein Bild fortgeschrit-
8) Ridgeway, The origin etc. S. 157; vgl. dagegen jedoch Herb. Mueller,
Mitteil. d, Seminars f. orient. Sprachen 22, Abt. ı (1919), S. ı1 ff.
') Jos. Edkins, Chinese Currency 1890. S. 2, ı. Spalte.
$\ Vgl. Ad. Friedmann, Über Papiergeld und Kerbhölzer der Chinesen.
Numismat. Zschr. Wien (1929), 62, 69 f£., bes. 74 ff.
%) Edkins. S. 8, 2. Spalte.
©) Vgl. E. H. Parker, China, her history, diplomacy and commerce.
London ı901, S. 55. Ve
1) Die Zweifel M. Webers (gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie,
t, 287 n. 7) an der Richtigkeit der Schilderung Marco Polos sind wohl kaum