Full text : Das Nahrungswesen in England vom XII. bis XV. Jahrhundert

shroniken jener zeit häufig erwähnt.!) Doch auch in den
städten wird zur verwertung der küchenabfälle schweinezucht
und mast betrieben. Noch im 14. jahrhundert konnte man
dann und wann schweine sich auf den strassen und in den
strassengräben Londons herumtreiben sehen. . Gegen diesen
unfug, wie auch gegen das halten von schweinen in London
überhaupt, werden von zeit zu zeit verordnungen erlassen. ?)
Das schweinefleisch ist in Altengland die verbreitetste
und billigste fleischnahrung, die auch dem armen zu gebote
steht.*) Wir haben dafür im Me. die beiden ausdrücke ‘pore,
pork’ und ‘bacoun, bakun’ etc. Der erstere [fr. ‘pore’, lat,
‘porcus’] bezeichnet im Me. sowohl das schwein, als auch
schweinefleisch im allgemeinen.1) ‘Bacoun’, im 14. jahrh. aus
lem Französischen entlehnt,5) ist germanischen ursprungs [ahd.
‘bacho, bahho’, mhd. ‘bache’] und bezeichnet den schinken
sowie die an den schinken sich anschliessende speckseite.®)

1) Et quotiens averia nostra et porcos nostros ejusdem manerli ad
lietum boscum mittimus ad pascendum: Hist, et Cart. Mon. de Gl. Vol. II.
p. 138 [circa 1140]. — Vgl. ferner Charters and Doc. of Salisb. p. 449 [i. j.
288]. — Chron, Mon. de Ab. Vol. II. pp. 62, 124, 183 etc. [zwischen 1066
a. 1189].
2) Et ge nul porc soit trove par les rues ne par les venelles en la
citee, ou en suburbe ou es fosses du dite citee desore enavaunt. Et si les
porcs soient trovez es les leux avauntditz, soient tuez de gi qils soient
trovez; et ceux qi les tuent les eient fraunchement et quitement sanz nul
chalenge; ou soit le porc rechate de celuy qi le deit pour IIII deniers. Et
gi pork voedra norir, le norise deinz sa measoun: Lib. Albus p. 270. —
Item, qe nulles nurrissent porcs, boefs, ne vaches deinz lours mesons sur
peyne de forfature dicelle a la Chambre: Lib. Albus p. 335. — Si porei
inventi fuerint in Vicis aut in Forsatis, vel Suburbiis, occidentur et habeat
808 occisor; et qui eos nutrire voluerit eos nutriant in franco, extra Vicos
regios, in dominibus suis: Lib. Albus p. 590. — Siehe auch Riley, Mem. of
Lond. pp. 28 [i.j. 1292] u. 83 [i. j. 1311].
3) Die arme witwe in der erzählung des nonnenpriesters isst seynd
bacoun and somtyme an ey or tweye: Chauc., C. T. B. 4035. — As a
bondman of his bacoun his berde was bidraueled: Langl., P. P. B. V 194.
‘) Siehe Stratmann, 8. v.
5) Siehe Murray, s. v. — Nach Kluge, Etymolog. Wörterbuch der
deutschen Sprache, 6. aufl. p. 25, hingegen ist engl. bacon schon im 12. jahrh.
aus dem Französ, entlehnt.
$) Siehe Kluge, Etym. Wörterbuch der deutschen Sprache, p. 25, Bachen.
Vel. auch Heine, D. Nahrw. pp. 296.
            
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