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VII Ab{Onitt: Einzelne Schuldverhältniffe.
3eß a. a. D., Winkler im „Gerichtsfaal“ Bd. 65 S, 429, Urt. d.
Neichsger. vom 11. Mai 1901 ROSE. Bd. 48 S. 175 ff. und vom 28. April
1902 ®ruchot, Beitr. Bd. 46 S. 1184; and. An]. Delius in D. Jur.3. 1899
S, 494 f., Cofad I 8157, II, 1, b; unentfchieden Urt. d. Reicdhsger. vom 26. Mai
1900 AGE. in StS. Bd. 33 S. 336). . .
Yeber die Frage, inwieweit die Gültigkeit durch Iandesrechtlidhe Ver-
dote des SpielenS in auSwärtigen Lotterien beeinflußt wird,
”, unten Bem. 6.
Sl nach dem Rechte eines Bundesitanat8 zur Veranftaltung einer Lotterie
er Ausfpielung die ftaatlidhe Genehmigung nicht erforderlich
was im Hinblid auf S 286 St®B. wohl nur bei privaten Unternehmen der
als fein wird), fo findet nicht $ 763 Saß 1, Jondern Saß 2 Anwendung
Yo mit Recht Plan Ber. 8). Das gleiche wird anzunehmen fein, wenn
{wie 3. 5. für gewiffe Fälle nach der badifhen VO. vom 22. Februar 1881)
lediglidH eine Anzei ge vorgefdrieben ift und nad Erftattung der Anzeige
zin CinfoOreiten der Behörde nicht erfolgt. Zn
, Sit der Staat felbft der Unternehmer, fo ift ‚eine befondere ftaat-
en Shaun natürlich nicht erforderlih (Staudinger, Bortr. S. 554
Note *).
Ob die Lotterie oder Ausfpielung ein private8 d. b. auf einen durch Beruf,
pberfönlidge Bekanntihaft und dal. begrenzten Verfonenkreiz befhränktes)
der Öffentliches Unternehmen ift, fommt für die Anwendbarkeit des $ 762
nicht in Betracht.
_ 3, Die Rechte und Pflidhten aus einem nach S 763 verbindlidhen Lotterie: oder
Ausipielvertrage bemeflen fh nach dem Inhalte des Vertrags, ‚inZbefondere nach dem
Spielplane, wenn diefer (auSdrücklich oder Nillfhweigend) zum Beftandteile des Vertrags
We worden ijt. Demgemäß hat jeder Teilnehmer einen Hagbaren Unfpruch gegen
en Unternehmer auf Vornahme der Losziehung (oder der anderweitigen
Sen ea hm ent/deidenden Veranitaltung) zu der im Spielplane beftimmten Seit
Ein in der I. Komm. geiellter Antrag, bei ftantliH genehmigten Lotterien zu
gemeinnüßigen, wohltätigen oder ähnlichen Zweden dem Unternehmer das Recht einzu-
räumen, unter gewijjen Borausfeßungen die Ziehung zu verfhieben und vom Vertrage
zurücdzutreten, wurde abgelehnt, da Jich der Unternehmer diefes Kecht in den Lotterie-
bedingungen vorbehalten fönne; tue er die8 nicht, fo beftehe kein ®Orund, ihm durch eine
gefeblide VBorfchrift zu Hilfe zu Kommen (CP. IT, 805 {ff.; vgl. Facubezky, Bem. S. 148 ff).
AUnderfeits ift felbftverftändlich, daß dem Unternehmer daz Recht FE unber=
faufte Lofe auf eigene RMedhnung mitzufpielen (M. II, 649; vgl. PLR. IL I
Tit. 11 8 553).
_ 4, Die Vorfchriften des S 763 finden nur auf den eigentliden Lotterie= und
Mu8ipielvertrag, alfo auf den zwifden dem Unternehmer (oder feinem Vertreter)
einerfeits und dem Spieler anderfeit8 abgefchlofjenen Vertrag Anwendung.
Andere NechtSgefchäfte, } DB. Kauf eines Lofes von einem andern al8 dem Unternehmer
oder defjen Vertreter („Kollekteur“; vol. Endemann I 8 188 Biff. 2, Brunabend S. 23 ff.)
Berpfändung eine8 Lofe8s, SGefelffhaftsverträge zum Zwede gemeinfchaftlihen
Spielens eine3 Sofes, find Keine Lotterie und Ausfpielverträge und unterliegen daher nicht
den Sonderbeftimmungen des S 763, Sit die Lotterie oder Ausfpielung ftaatlich Ne
fo find felbftverftändlich auch foldhe Verträge rechtSwirkffam; in gegenteiligen Tale dürften
die in Bem. VI zu 8 762 dargelegten Grundfäkbe entiprechende AUnmwmendung finden (val.
Bem. IV, 1, a z $ 705; vgl. au Ieß a. a. D., Planck Bem. IL, Dertmann Bem. 1, d,
RONR-Komm. Bem. 2).
Hinfichtlih der Frage, inivieweit die Gültigkeit derartiger Verträge durch ftrafs
vedhtlidhe Beftimmungen beeinflußt wird, |. unten Bem. 6 a. E.
Neber den Kauf eine gezogenen Sofes f, Urt. d. Reichsger. vom 8. Februar
1902 ROSE. Bd. 50 S. 191 ff.} über den EA binkichtlidh eines zugefandten
Qofes f. Urt. d. Neichsger, vom 11. Mai 1901 und 14. März 1904, ROE. Bd. 48 S. 175. ff.,
Bd. 59 S. 296 ff.; über dos Verhältnis zwilden KAollekteur und Käufer
überhaupt |. ROR.-Komm. Bem. 5.
Neber Losgejellfdhaften val. no VBorbem. I, 2 vor 8 705, Bem. IM, 1, b, d
zu & 718, Bem. VIN zu 8 728.
N 5. Soweit fidh ein Lotterielo8 al8 Inhaberbahier darftellt, finden die Borfchriften
über Schuldverfchreibungen auf den Inhaber (SS 793 ff, 807) Anwendung MM. II, 649;
5gl. Pland Bem. 4 und 5).
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