Full text : Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

IL, AÄbfonitt: Schuldverhältniffe au Verträgen.
And. Anf. Gierke, Sachenrecht S. 451, Oberned S. 483, Tochtermann S. 60,
DYertmann 2. Aufl. S. 141 e.
Yeber die ANuflaffung und Eintragung im Grundbuch f. 88 873, 925.
a) Der Vertrag wird auch in Anfehung aller von den Varteien neben oder
nach dem Vertrage mündlich oder {hriftlihH getroffenen Nebenabreden
gültig, Dies U auch dann, wenn der Haupfvertrag formgerecht gefehloflen,
die Nebenverabredungen aber form oS getroffen wurden CB. I, 463). Dam
wird eine Frage befriedigend gelöft, die bisher der Praxis viele Schwier1g‘
feiten bereitete, ROSE. vom 20. April 1904 Seuff. Arch. Bd. 59 S. 345,
KOGES. vom 5. März 1904 in Yur. Wichr. 1904 S. 197, D. Jur.3. Bd. ;
S. 506. Bu heachten ijt aber, Daß in betreff Joldher Nebenabreden zur Ze
der Auf Ce noch Te ns NDereigfimmung beitanben Din
muß; vgl. ROE. Bd. 52 S, 4 und 5, Bd. 65 S. 390, Kur. Wihr. 1907 Zi. 9
S. 247. ROE. in Iur. Wichr. 1909 S, 191 fpricht fich für eine Bermutung
des fortbeftehenden Einverjtändniffes aus. A. M. ROE. in L3. Bd. 3 S. 552,
Warneyer, Itechtfpr. 1909 Wr. 350. Val. auch Bem. IV, 3 zu 8459.
Sedoch nur der Mangel der Form wird geheilt; auf Jonitige Mängel,
weldhe die Gültigkeit des obligatorifchen len beeinfluffen, wie Nichli0-feit
 und Anfechtbarkeit wegen vorliegender Willensmängel, wegen Veritoße®
gegen Die guten Sitten u, dal. äußert die nachfolgende Huflahung und Ci“
fragung feine Wirkung, “IR 8
Dat der Vertrag die Nebertragung des Eigentums an mehreren Grund
ıtücen zum Gegenftand und erfolgt nur bei einent Teile derfelben die Auf“
faHung. und Eintragung, fo beftimmt fi nach S 139, ob bezüglich Leßterer
Srundftüce der Vertrag Gültigkeit erlangt. DBei dem Taufe vertrag®
muß die EigentumSübertragung von beiden Teilen bewirkt fein. Siebe
SaCDEHE em. S. 80. Solange alfo der Mangel nicht bezüglich beider
rundftücke geheilt ift, ift wegen der fYynallagmatifdhen Natur d6S
TaufchvertragS diefer in feiner Gefamtheit ungültig. Val. au Enneccerus
4./5. Uufl. 1, 2, Gierfe, Sachenrecht S. 451, Yberned S. 486, Blank Nr. &
Schollmeier Nr. 2, a, DVDertmann S. 141, b, 5, ROT. Bd. 56 Nr. 91 S. 388
And. Anf. auf Grund grammatiidher Ausleaung (Wortlaut) Dernburg |!
8 89 Nr. 8, Rehbein S. 163, DLG. Kiel in Hipr. VL S. 36.
Eine Frift, innerhalb welder die Auflaffung und Eintragung nachfolgen
muß, it nicht vorgejchrieben. ,
Der Formmangel wird durch die Auflaffung auch dann geheilt, wenn fie
nicht unter den unmittelbaren Vertragsteilen, Tondern an einen Zef{1ional
itattgefunden hat. ROSE, vom 13. Februar 1904 Yur. Wichr. 1904 S. 169
. Die heilende Wirkung der Auflafjung umfaßt nicht nur die zwijhen
dem auflaflenden Eigentümer und Auflaflungsempfänger Unmittelbar ge
iroffenen Abreden, fondern auch etwaige aufeinander folgende Verträge mit
CE lee ROSE. in Yur. Widhr. 1908 S. 331 Ziff. 15, Necht 1908 !
if. 2143; Ypr. d. HVYLSG. Bd. 16 S. 366, 364.
War der obligatorifche Vertrag auf die ME mehrerer Grumbftücle
 gerichtet, fo tritt, wenn nicht alle diefe Orundftüce aufgelaffen, MD
eingetragen werden, die Heilung felbitverftändlich nur in AUnjehung OS
einzelnen aufgelaffenen und ET Örundftics ein. RKRipr. D. LO.
Bd. 3 S. 93, Bd. 6 S. 43, RKGOES. in Iur. Wichr. 1904 S. 169.
VI. Beweispflidht: Zür mündlidhe Abhreden, die neben dem formell-fhriftlichen
Bertrage Geltung haben follen, ijt derjenige beweispflichtig, der diefe Norede behauptet;
Vermutung, en der fehriftlihe Vertrag die Vereinbarungen der Varteien vollitändig
miedergebe. ROS. Bd. 52 S. 23.
VII. Nebergangsfragen: Streitig it, ob aud in den Gebieten, in welchen das
Srundbudh noch nicht al8 angelegt anzufehen ijt, ein nicht formaültiger Liegen dhafts
EAU durch Vollziehung des dinglichen Vertrags nad) Maßgabe der Daft
noch beftehenden Borfchriften 3. 3. durch Verlautbarung oder gar bloße Tradition)
en werbe. M. €. ift Die Page mit Recht bejaht von Lodhtermann S. 55, Habicht 6
‚455 ff.: „Wo nach den bisherigen Gefeben der EDS an eine Verlauf“
barung des Veräußerungsgeichäfts für eine Behörde und an eine Ab- und Zufchreibung
in einem Sffentlihen Buche gefniüpft war, da wird man unbedenklich den Srundfab de5
8313 Saß 2 ebenfall8 finngemäß anwenden, d. h. den Jormmangel de3 obligatorifchen
Gefchälts durch die Form des dinglichen Vertrags al8 gedeckt anfehen dürfen.“ U. M.
Iijpr. 5. DLO®, Bd. 1 S, 96 (Frankfurt) und Sonntag, U des Grund“
tücsverfaufs aeaenüber dent Rechte bewenlicher Sachen, Dil. 1899 S. 36.

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