Full text: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

412 IL. Abignitt: Erlöfdhen der Schuldverhältniffe. 
Sep Durchbrechung des Lobhnaufredhnungsverbot3, Arch. f. bürgerl. R. Bd. 24 
De ift ferner, ob durch 8 394 auch der 8 134 Ubf, 2 der Gewerbeordnung 
„Den EEE ENDE von Zabrifen, in melden in der Kegel mindelten 
3wanzig Arbeiter beichäftigt werden, ijft unterjagt, für den Fall der recht 
mwidrigen Auflöfung des Arbeitsverhältnifjes durch den Arbeiter die Verwirkung 
3e8 rückjtändigen Lohne über den Betraa des durchfhnittlichen Mochenlobne 
Jinaus auSzubedingen.“ N 
‚. Beftritten ift alfo, ob eine fog. Qohnverwirfungsflaufel unter S 394 Fällt 
Bejahend AG. Köln, Das _Sewerbegericht VI Sp. 123 ff. U. M. Gemwerbegericht Fran 
jurt, ©emerbegericht VII Sp. 206 #f. 
Die Lohnverwirkungsklaufel it ebenfowenig eine bedingte Aufrechnung, wie MP 
N SYhre Zuläffigkeit ift daher lediglich durch 88 134, 138 begrenzt 
Das BOB. hat nicht beabfichtigt, den S 134 Ubi. 2 der Gewerbeordnung zu Hefeitigel- 
Vol. Einf.®. Art. 32. h 
Beftimmungen über die Unpfändbarkeit von Forderungen enthalten außer 
den SS 850—852 ZPO.: das RO. vom 7. April 1876 Art. 8 und vom kant 1884 über die 
eingefhriebenen Hilfsfafifen 810, das RO. vom 15. Juni 1883 und dom 10. April 1892, 
betr. die Aranfenverfidherung der Arbeiter, 8 56 (gegen den Anfpruch auf KXranten“ 
fafjengeld ift die Kaffe zur Aufrechnung mit einer fejtgefeßten Ordnungsitrafe gemäß 8 90 
der durch Art. 32 Einf.®. aufrecht erhalten it, befugt; LS. Naumburg vom 22. September 
1903 in Naumburger Anwaltszeitung 1903 S, 90), die Ge w.D. 8 115 Abi. 1, RO. dett- 
die Unfallverfidherung, S 102, RG. vom 28, Mai 1885 über die Auzdehnung 
der Unfall= und Aranfenverfiderung $ 1, RG. vom 5. Mai 1886, betr. DE 
AUnfall- und Arankenverfidherung, 8 73, NO. vom 17. Funi 1887, betr. DIE 
Bürlorge für bie Witwen und Waijen von Angehörigen des NReichS$ 
eere8 ulm, 819, RO. vom 11. Iuli 1887, betr. die Unfallverficherung der ül 
Bauten beimäftigten Berfonen, 838, RO. vom 13. Juli 1887, betr. die Unfal 2 
verfigerung der Seeleute, & 76, MO. vom 22. Juni 1889, betr. die Knvaliditäts“ 
und AlterSverfidherung, 8 40, RG. vom 22. 'Noi 1893, betr. einige Abänderunge! 
und N der MilitärpenfionsSgefeke ulmw., Art. 18, RO, vom 14. Januar 1894, 
betr. die Gewährung von Unterftüßungen an Jnvaliden, $ 2, RG. vom 20. Mat 
en 14 derim Wiederaufnahmeverfahren freigefprochene* 
Berjonen, if. 4. 
„Herner find noch A nennen: SG. vom 2, Juni 1878 8 3 (EChrenzulage der Inhaber 
des eijernen Kreuzes); Poftgei. S 5; Internationales Abkommen über den Sijenbahr“ 
verfehr vom 14. Oktober 1890 Art. 23. , 
2. Nur foweit eine Forderung der Pfändung nicht unterliegt, findet gegen DIE 
jelbe feine Aufrechnung ftatt, It aljo eine Forderung nur zum Teile YA Pfändung ent? 
jogen (f. 8850 207. 2 und 3 AVO.), fo kann gegen den viändharen Teil auch aufgeredne 
werden. 
3. EinjOränkung des Aufrednungsverbots: Zu Sag 2. Nach 8 850 Adi. 1 
Yr. 4 ZRO. find die aus Kranken-, Hilfs- oder Sterbekaffen, Dee aus RnabP“ 
jhaftskafjen und Kaffen der Knappfchaftsvereine zu beziehenden Gebungen unpfändbal- 
Gegen diefe Gebungen wird jedoch durch Sag 2 des 8 394 die Mufrechnung gefchuldet®* 
Beiträge zugelafen. 
‚4, Befondere Bejtimmungen über die Befhränkung oder Aus 
ihließung der Anufredhnung enthalten ferner die 38 406, 417, 479, 490, 575, 719 
1125, 1442, 2040 BGB. fowie_5 22 Abf. 3 des MG. vom 1. Mai 1889, hefreffend DIE 
(Erwerbs und Wirtfchaftsgenoffenfchaften, und $ 221 HOB 
5. Nach Art. 80 und 81 inf. ®. Können die Landesgefeße die Aufrechnung gege! 
Unfprüche der Beamten, Geiftlichen, der Lehrer an Sffentlichen Unterrichtsanitalten 10MI® 
die Aufrechnung gegen die Anfprüche der Hinterbliebenen diejer Berfonen auf Befoldung 
EEG Sud Sehe alt, Witwen- und Waifengelder abweichend von der Morichrift des 
; ulafjen. 
Sf rund diefer Borfchrift beftimmt Art. 12 des bayerifhen AG. 3. BOB: 
„Segen die Anipriüche der Hof, Stanats- und Gemeindebeamten, Hffentlichen Diener und 
Seijtlidhen auf Gehalt oder Penfion können Unfprüche aus dem Amt8= oder Dienit“ 
verhältniffe {omie die von dem Gehalt oder der Venkion zu entrichtenden Steuern oder 
Umlagen unbelchränft aufgerechnet werden. 
_ Dür die Anfprüce der Hinterbliebenen der im Abi. 1 bezeichneten Bedienfteten auf 
Witwen und Waifjenbezüge ailt das gleiche in Anfehung der von den Bezügen zu ent
	        
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