Full text: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

1, Titel: Kauf. Zaufg. S 460. 
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daß in einem joldhen Falle der grobfahrläffigen Nidtkennt- 
xi8 auf Seite des Känfer8 der Verkäufer felbft entweder . 
x). das Nihtvorbandenfein des Hehlers (S& 459 Ubi. 1) befonders 
zugefidert oder ; . 
8) den Sehler argliftig verfhwiegen hätte. 
„ Sowohl der Dearit „argliftig“, mie der Begriff: „Berfhweigen“ 
jeßen natürlich voraus, daß der VBerkäufer felbit den Hehler gekannt 
Di Begrifflich ift hinfichtlih des Wiffens hofitives Wifjen um den 
) N zu fordern, D. h. der Verkäufer muß überzeugt fein davon, daß 
das Kaufsobjekt mit den EigenfOhaften behaftet ift, deren Berfchweigen 
Yın zugerechnet werden foll; denn verfchweigen fann man nur das, was 
man weiß. Negativ kann man dies dahin ausdrücen: €3 genügt 
nicht, daß gewifle Anzeichen hervorgetreten find, die vielleicht einen 
vorjichtigen Eigentümer veranlajien fonnten, weiter nachzuforfchen, 
3. B. durch Beiziehung von Sachverftändigen) und fo zur Aufdeckung 
der ihm verborgenen Vängel zu wur (ff. NG. in Sur. Wichr. 
1903 S. 435 und BZentral-Bl. Bd. 4 S, 788, Seuff, Arch. Bd. 43 
S. 134 f#., Müller im „KRecht“ 1902 S. 577 f., Beer in D. Iur.3. 1904 
3, 88 ff., R®. in ©. IJur.38. 1903 S. 346 Nr. 71 a. E.; vgl. dagegen 
ıber auch unten). Das Verfchweigen muß übrigens zugleich ein arg=- 
[iftige3 gemefen fein; die Verfchweigung muß demnach in der Yb= 
TiG6t erfolgen, den Käufer zu tänfdhen (erweisliche Kenntnis des 
Berkäufer8 reicht alfo allein noch nicht aus, val. KOGS®. Bd. 2 S. 192, 
Bd. 4 S. 49, Bd. 5 S. 323, NGE. Bd. 1 S. 300). Eine folde Arg« 
(iit liegt. jedenfall8 dann vor, wenn der Verkäufer bei feinem ab- 
KHdoOtliden Schweigen ih bewußt war, daß dem Käufer der 
ehler unbefannt it und daß der Käufer auf den verichwiegenen 
Umitand Wert legen konnte. Bal. %. I, 672, Süßbheim in Bl. f. RA. 
BD. 66 S. 206 ff. und inSbefondere die eingehende Darftellung bei 
Staub in Anın. 148 ff. zu 8 377 HOSB. und die dajelbft angeführte 
Viteratur und a insbefondere auch Kur. Wichr. 1899 S. 247 
Nr. 67 und S. 378 Nr. 37, Seuff. Arch. Bd. 58 Nr. 167, Bd. 51 Nr. 4, 
Bd. 53 Nr. 75, 76, Bd. 62 Nr. 179, ferner D. Sn 1903 S, 453 und 
Beer a. a. ©. fowie au ROE. Bd. 55 S. 210 f., insbe]. S. 214, 
215, Bd. 62 S. 149 und 302, Kur. Widhr. 1904 S. 113 und 359, 
1905 S, 13, 1906 S. 86, ROCS., fächf. Arch. 1906 S. 132, 1907 
S, 132, Mecht 1905 Nr. 223, ULB, 1908 S. 225. Kuzzweg fann man 
218 argliftig jedes BVerfhweigen gegen die Örundfäße von 
Treu und ©lauben bezeichnen (vgl. Aubhlenbed in Bem. 2 zu 
S 460 und „Bon den Bandelten zum BGG.“ Bd. I S. 441, 442); 
dolus und_culpa lata find nidht fompenfabel; man darf aber 
auch die Offenbarungspflicht des Verkäufers nicht über» 
ipannen, Dal Recht 1909 Nr. 3328, RGE. in Bayr. 3. f. RN. 1908 
S. 44). Der ftrafrehtlidhe Begriff des BetrugsS i{t dabei nicht als 
Norm maßgebend, vgl. M. I, 208. Neber einzelne Zälle Da aus 
der Praxis ferner wegen Schhwammverdbachts Sur, Wichr. 1905 S. 339, 
Q23. 1908 ©. 779, Warneyer Erg.-Bd. 1909 Sr. 3 und die weiteren 
Entich. in Bem. IN, 4 zu 8 459; 63: 1908 S. 696 (Gefchäftsverkaut) ; 
echt 1909 Nr. 653 (Steinbruch); Recht 1909 Nr. 813 und Gruchot, 
Beitr. Bd. 52 S. 979 (Miethaus); Yur. Wfihr. 1908 S. 329 (Vers 
"Oweigung der wirklichen Hypothekfbelaltung), f. bie näher auch Bem. IV, 1 
zu $ 459; echt 1908 Nr. 2847 und Gruchot, Beitr. Bd. 52 S. 979 
(Berfchweigen polizeilicdher Berbote). 
Ein Verfhweigen des Mangels Ü anz befonder3 dann 
vor, wenn in Ddiefjer NEE unrichtige cDauptungen aufgeftellt 
murden, |. RKOES. im Zentral-Bl. Bd. 4 S. 765 und SGruchot, DBeitr, 
Bd. 48 S. 334. . 
Ueber Berfhweigen des Fehlen8 einer zugefiderten 
Eigenfhaft vgl. insbe]. RKOES. Bd. 62 S. 300. N 
Daß befondere Veraniftaltungen feiten8 des Verkäufers 
getroffen wurden, {ft demnach nicht AR (gl. Staub a. a. DO. 
und die dort zitierte Praxis). Wo e8 fich freilih um augenfällige 
EEE handelt, wird man bei bloBem DE allein nicht 
eicht eine Arglijt annehmen fönnen (Bolze Bd 11 Ir, 397), anders 
da, wo der Merkäufer weiß, dak die Mängel nicht fofort erkennbar
	        
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