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VII. Abidgnitt: Einzelne Schuldverhältnifje.
das vom Käufer nach S 278 zu vertretende Ver]hulden He
anderen dem eigenen Verfchulden des Käufers Sei, Sraglih wir
hier freilich, mieweit hiebei der Käufer für ein Verihulden einen
Vertreter aufzulommen hat, Daß er für feine Vertreter De
Sehilfen haftet, denen er fih zur Erfüllung jeiner Pflicht auf en
feiltung des Kaufgegenitandes8 bedient, ergibt fich Mar aus $ “D
Wer wie i{t e8 in der Zeit vor vollzogener Wandelung? Man wir
hier unter den Hilfaperfonen im Sinne der SS 351 und 467 jene 3
verjtehen haben, deren fih der Käufer zur mirtfchaftlidhen ©
handlung der Sache bedient {fo mit Recht Schollmeyer Bem. *
zu S 351, Vertmann in Bem. 1, d zu S 467, abweichend Golbmene
Qilienthal S. 503 Anm. 6; val. auch ROSE, Recht 1907 Nr. 2550
Yıipr. d. DLG. [Dresden] Bd. 13 S. 415). .
Sin vom Käufer zu vertretendes Verfhulden in Unfehung der Ber“
ichledhterung wird dadurch, daß diefe erft eingetreten if, nachden
mit feinem an fich gerechtfertigten WandelungsSverlangen hervorgetre en
war, nicht ausgejchloffen, vgl. RKOS. in Yur. Widhr. 1908 S. 478; 8
joldhes Verfchulden kann auch erft im Laufe des Mandelungsprozelle
eintreten, {äch|. DLSG. Bd. 30 S. 181.
e) GHieher {ft weiter einzufügen, daß der Näufer feinen Wand eInnOSCE
iprucßh immer au dann verwirkt, wenn er mit der Sache in einer Wei
verfährt, die auf feinen Willen, die Sadhe behalten zu mollel
{Oließen läßt EL auch 8 464). So 3. B. wenn er die Sache WM
Renntni3 ihres Mangel3Z veräußert. Dies galt für das rüber?
Yiecht (vol. ROT, Bd. 17 S. 65, Bd. 43 S. 68, Seuff. Arch. Bd. 42 Nr. 13
und Bd. 44 Nr. 92) und ift audH nad dem BOB. nochH anzunehmen; den
$ 353 BOB, der in S 467, angezogen wird. (vol. unten 3), fann bier mi®
im Wege ftehen, da bier ja Der Nachdruck auf dem Weiterveräußern 1"
Renntnis des Mangels ruht, anderfeits nach S 464 fon die kw]
nahme der Sache in folder Kenntnis den Wandelunagsanipruch tilgt. Da
Staub in Anm. 67 zu 8 377 GOB._ und ferner KOE, Bd. 54 S. SON
Cinfohränkfend auf Würdigung der Tatumjtände von Fall zu Fall Zeile
Zur. Wichr. 1908 S. 292; val. ferner fächt. DOL®. Bd. 30 S. 181.
Cbhenfo wird durch das Weitergebrauchen des3 gekauften Gegenftandes ch
Wandelungsanfipruch verwirkt, joweit der Käufer damit nach den Grunde
jäßen von Treu und Ölauben zum Ausdrucke bringt, daß er die Sad
glei mohl behalten molle, oder fofern ein mittelbarer Berzic
auf die Wandelungsklage hierin gefunden werden muß; vol hierüber Die
oben zit. ROECS,, ferner ROE. Bd. 22 S. 78, Seuff. Arch. Bd. 44 Nr. 9
und 93, Bd. 48 Wr. 15 und 16, aber auch Bd. 57 Mr. 144, ferner Bd. 58
Yer. 230, Bd. 60 Nr. 16, ROT. in Gruchot, Beitr. Bd. 48 S. 795, Bol
Bb. 3 Nr. 722 und Staub in Anm. 68 a. a. D., außerdem aber auch RO
in Sur. Wichr. 1904 S. 290 Gier wurde nach den befonderen Umftänden
des Einzelfalles troß Gebrauchs des Raufgegenftandes kein Verzicht auf
die Wandelung angenommen), 1909 S, 685 Nr. 5, L3Z. 1909 S. 682, 1. ferne
DL®G. Dresden in Seuff. Arch. Bd. 60 Nr. 119 (der Mondelungsanfprucß
geht nicht verloren, wenn der Käufer eine mangelhafte Mafchinenanlag“
weiter benüßt, um eine {hwere Störung in feinem Betriebe zu vermeiden)
Recht 1909 Sr. „1293 (vorübergehender Gebrauch bi3 3. B. Crfaß bejchaff!
i{t, nötigt für fi allein noch nicht zur ÄUnnahme eines Verzicht3 auf DIE
Wandelung), 1. audh wegen Mafchinen ROSE. in D. Jur.3. 1905 S. 450.
Wegen des Einfluffes des GebhraudhS bei der Minderung®‘
flage aber vgl. Bem., IT, 7 zu 8 465.
N Bum Ganzen vgl. Conze, Der Einfluß einer Verfügung des Käufers
über die Kauffache auf die ädilizifchen NRechtSmittel, Berlin 1903. ,
2, Das Wandelungsrecht it nach S 352 weiter ausgefhloffen, menn der Näufer DIE
empfangene Sache durch Verarbeitung oder Umbildung in eine Sache anderer Ar
umgeftaltet hat (vol. $ 950 mit Bem.). In diefem Punkte fügt jedoch S 467 im Ber“
gleiche mit $ 352 eine Cin{Oränfkfung bei, Die Wandelung ift nämlihH nicht au“
gefolofien, wenn der Mangel fich erft bei der Umgeftaltung der Sache gezeigt Dat.
al. biezu unten Bem. IN, A, 2. Gervorzuheben 4 hier aber, daß ein Zall der Ber
arbeitung oder Umbildung dann nicht vorliegt, wenn der Mäufer die Ware zum Swen
der N oder gar zum Teile verbrauchen mußte (val. Staub in Bem. 68
zu S 377 BOB. und ROSS. BD 10 SS. 4237).
)