1. Titel: Kauf. Taufh. 8 515. — 2, Titel: Schenkung. Borbemerkungen. 737
Bon den Vorfchriften über befondere Arten des Raufes Kind die über
Kauf nad oder auf Probe auch auf den Taufch übertragbar. „Wiedertaufche“
nach Analogie des „Wiederkaufs“ find zwar nicht undenkbar, werden aber doch
faunı praktijh vorkommen. Ein „Bortaufch“, dem „Vorkaufe“ zur Seite
}tebend, muß aber als ausSgefchloflen erachtet merden (val. darüber oben zu
8 504). Man erachtet ein Tulches Kecdhtsverhältnis als nicht angängig zunächft
ichon mit Rückficht auf den Wortlaut des 5 504. Der Grund liegt aber noch
tiefer. Beim Norkaufe muß der Borfkänfer einfpringen mit derfelben Gegen-
leitung, wie der Drittfäufer, d. hd. mit Geld (wegen anderer Nebenleiftungen
vol. 8 507). Das ift in thesi dem Borkäufer möglich. Anders beim Zaufche.
Dier fteht das Gegenobjekt in der Kegel allein zuhanden des Gegenkon-
trahenten, welcher nicht verpflichtet ift, auch zumeift nicht geneigt fein wird,
dasjelbe einem anderen zur Geltendmachung eines durch die gleiche Veiftung
bedingten Borrecht zur Verfügung zu ftellen. Dies trifft immer zu bei
Speziesleiftungen; zumeift wird e8 aber auch bei Verpflichtungen zur Leitung
pertretbarer Sachen (außer Geld) fih geltend madhen. Bgal. auch Höniger,
Die gemifchten Verträge Bd. 1 S. 80. . ,
Beim Geldwecdhfjeln wird regelmäßig Zaufch anzunehmen fein, vgl
hierüber Bem. V, 2, a zu 8433.
Neber den {og. uneigentlidhen Barattohandel, der befonder8 im Vieh-
dandel üblich it, vol. Ruhlenbecrk zu S 515, fowie auch ROGHS®. Bd. 5 S, 418,
Bd. 18 S. 385 und Dernburg, Band. II 8 68a (Hei folden Gefchäften liegt
Häufig Wucher vor).
Neber Berechnung der Minderung der Zaufdh3zugabe hei der Minde-
a vol. NGE., Gruchot, Beitr. Bd. 49 S. 889 ff, RGE. Bd. 73
3. 152, Yerner Bem. IN, 2, a, dd zu S465 und 88 472, 473, insbef. Bem. 7
zu $ 473, auch ROSE. bei Warneyer Erg.=-Bd. 1910 Nr. 201 S. 209.
Huch beim Zaufdhvertrage kant die Wandelungsflage unmittelbar auf
die Musführung der Yüdgängigmachung des Vertrags gerichtet werden val.
echt 1909 Yr. 977 und Bem. IN, 2, a zu 8 465.
Wegen, der Frage, ob ein Taufdhvertrag durch falfhe Wertangabhe der
Me Sebi formungültig wird, val. RNGE. in Seuff. Arch. Bd. 64
v2 . 58.
Die Vorfchrift des PLR. Il I Tit. 11 SS 367 ff. und cod. civ. art, 1705,
daß hei Entwehrung des Taufchobjekt3 der betr. Bertragsteil die Wahl hat
zwi{fdhen der Schadenserfabforderung und der Rückforderung des von ihm
gegebenen TaufchobjektS, befteht nicht mehr.
Weber EEE zur 3ug- um Bug-Crfüllung bei einem Zaufch-
vertrage vgl. RÖOES. Bb. 51 S. 367 (= Seuff. Arch. Bd. 58 Nr. 50).
Neber SchadenZerfaßberedhnung wegen Nichterfüllung
beim Taufdhe vgl. au in Vorbem. IV, 1, b vor SS 328 ff.
SHinfichtlid der Grundftüdszufammenlegungen val. für Preußen
Spieß, Zentral. Bd. 3 S. 112 F#.
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Zweiter Titel.
Schenkung, *)
(Erläutert von Dr, Karl Kober.)
Vorbemerkungen.
I. Begriff der Schenkung.
Hür die Schenkung Hat kas BGBVB. grwifilermaßen ausnahHmEsweije (R. II, 4) in jeinem
S 516 eine Begriffsbeftimmung gegeben. DazZ BGB. Hat dabei einer engeren Auffafjung,
weldje nicht jeden Liberalitätzaft unter den SGenkungSbhegriff bringt, fih angefjdhloffen; das
Nähere |. in den Bem. zu S 516.
* Ziteratur: Burkhard, Begriff der Schenkung, Erlangen 1899; Hilger3,
Die rechtlidhe Natur der vremuneratorifchen Schenkung, Difi., Erlangen 1897; Sammf{fromm,
Teilung, Darlehen, Auflage und Umfagvertrag, 1897 S. 132 ff. über da3 negotium mixtum
cum donatione; Brode, Ucher das Verhältni8 der reinen Schenkung zur Schenkung von
Todes wegen und zur jog. temuneratoriidhen Schenkung, Difl., Greifswald 1898; Gorn,
Begriff und rechtlige Natur der Schenkung nad BGB, Difi., Erlangen 1899; Müller
Staudinger, BGB, Ma (Schuldverhältniffe. Kuber: Schenkung) 5/6. Aufl.