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schen Organisation festzusetzen. Als Gegenzug
gegen die übermächtige Stellung der Niederländer im Wirtschafts-
leben der skandinavischen Länder gingen die Bestrebungen König
Karl X. Gustavs dahin, in den Niederlanden dem schwe-
dischen. Handel einen ähnlichen Vorrang zu verschaffen. Das 1663
in Amsterdam errichtete Faktorei-Kontor, das unter dem General-
faktorei-Kontor in Stockholm stand, hatte die Aufgabe, dem Handel
mit schwedischen Ausfuhrartikeln eine Stütze. zu gewähren und
die vereinzelten Unternehmungen zusammenzufassen!). Einige
Amsterdamer Kaufleute fanden sich bereit, zu diesem Zweck mit
dem Generalfaktorei-Kontor einen Vertrag auf 8 Jahre zu schließen;
die Absicht ging im besonderen dahin, den freien Handel der Nieder-
lande in schwedischem Geschütz zu beseitigen und ihn ganz jenem
Kontor in die Hände zu spielen?). Auch das Monopol der Teereinfuhr
1) Elias; Contract etc., S:1383 ff., Vroedschap, S. 556f. Zu den Unter-
nehmungen der Niederländer in Schweden gehörte auch die Errichtung von Textil-
fabriken, für die Jacob van Uytenhoven 1649 auf 30 Jahre ein Privileg von der
Königin Christine erhielt (van Brakel, Een tiental vennootschappen, S. 204 ff.).
Die Königin verlieh 1654 dem Amsterdamer Hause L. u. H. Trip die Freiheit
vom Sundzoll für alle in der Geschützgießerei in Juletabruck bei Nyköping gegossenen
Stücke; 1662 machten die protektionistischen Maßregeln Schwedens, wo seit 1655
der Handel und Verkehr mit Geschützen Staatsmonopol war (Wittrock,
Karl XI. förmyndares finanspolitik, 1913, S. 424), dem Geschützhandel Trips,
der sich 1655 mit de. Geer verbunden hatte, ein Ende (Elias, Vroedschap,
S. 547). Mit dem Handel in schwed. Geschützen war auch der holländ. Kaufmann
Bartolotti, der in Holland die Interessen dieses Handels als Faktor vertrat,
beschäftigt (Wittrock, a. a.10. 1917, S. 561.). Im 17. und 18. Jahrhundert
waren Niederländer an der schwedischen Eisen- und Alaun-Industrie beteiligt
(Elias, ebenda, S. 547, 857). Für den Absatz schwedischen Teers bestellte die
Schwedische Regierung Faktoren in Amsterdam; zu ihnen gehörten z. B. Louis
Trip und J.L.Pelis (Elias ha.a.O., S. 547,814); über "die Monopolisie-
rung des Teerhandels durch Schweden vgl. v. Borries, S. 70.
2) In älterer Zeit bezogen die Niederländer Geschütze wohl viel aus dem
Auslande, so 1588 aus England (Japikse, Resolutien VI, 390); Hamburg bezog
in den 1620er Jahren Geschütze, Musketen, Patronen, Lunten aus Amsterdam,
womit nicht gesagt ist, daß es holländische Fabrikate waren (Baasch, Hamb.
Seeschiffahrt, S. 408 f.). Zu Gustav Adolphs Zeiten bezog Schweden vielfach
Kanonen und anderes Kriegsmaterial aus Holland; vgl. Wittrock, Svenska
Handelskomp., S. 35, ı21ıf.; ferner die von Kernkamp mitgeteilten Briefe
von Louis de Geer, S. 202 ff., 352 ff... Edmundson, Louis de Geer,
S. 692. In Amsterdam befand sich damals der Mittelpunkt des Waffenhandels.
Starke Ausfuhr aus Amsterdam von Pulver und Lunten bei Brugmans, Sta-
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