Full text : Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

3. Titel: Miete. Pacht. SS 557—559.

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1, Eine foldhe Kurze Neriährungsfrift von fehs Monaten befteht:
a) für Erfaßaniprücdhe des VBermieter8 wegen NMeränderungen
un? ELLE FEUENE der gemieteten Sache durch den Mieter, 1. 8 548
mit Bem.
Dies gilt auch für fahrläffige oder vorfäbßlihe Befhädigungen durch
sen Mieter, val. Sur. Wichr. 1907 S. 709 und OE Bd. 66 ©. 363.
für Anfprücdhe des Mieter3 auf Eriaß von Verwendungen oder
uf DeOEENG der Weanahme einer Einrichtung, 1. 8 547
mit Dem.
Nicht hieher gehören die Anfprüche des Vermieters auS den 88 550, 553, 556,
welche feine Erfakanfprücde find, und ebenfowenig die Anfjprüche des Mieter8 auS den
38 538 und 541, welche Feine Verwendungsaniprüche find. Anfprüche des Vermieters
gegen den Mieter wegen verichuldeten Untergang8 der Sache Fallen aleichfall® nicht
unter a,
Unter den im 8 558 vermeinten Anfprücdhen werben aber nad der Stellung der
Borfchrift im Syftem immer nur (Erfaßaniprüde aus dem Mietverhältnifkie
fel bit zu verfteben fein (ebenjo Mitteljtein ©. 296, für eine Ausdehnung auf alle Erfaßs
AM dagegen DLG. Hamburg in Ripr. d. DLG. Bd. 8 S. 395 = Seuff. Arch. Bd. 60
Yr. 206).
Das RNeichsgericht ftebt auf folgendem Standpunkt (f. NOS. Bd. 62 S. 329 und
Kipr. d. DLG. Dd. 13 S. 368 ff.; 1 auch DLSG. Colmar, Itecdht 1907 Nr. 1014): Die
Aryze Verjährung bezieht fich auf alle gefeßlidhen und EEE EDEN Cr{aßent
 brüce des Mieter8, audhH auf Anfprüche des Mieter8 auf Erfaß DeemiDen Vermendungen,
 die er im Auftrage des Vermieter8 vorgenommen hat, Dwie für bie
auf das Eigentum oder auf eine unerlaubte SD gegründeten Aniprüche
jolcher Art (ROSE. Bd. 66 S. 363, Sur. Widhr. 1907 S. 709).
Aniprüche wegen Seränderungen im Nett an der Mietfadhe fallen
dagegen nicht unter S 558, 1. DHLSG. Hamburg in Seuff. Arch. Bd. 62 Nr. 180 und
ıpr. d. OLG. Bd. 14 S. 25.
% TE hGebingter oder betagter Anfprüche val. Nipr. d. OLG. (Kolmar)
2, Der Beginn der Verjährung wird in Abf. 2 für die Anfprüche des Ver
mieter3 an Den Beitpundt gefnüpft, in welchem der Vermieter die Sache tatfächlich
EN aljo nicht an die Beendigung des Mietverhältnifies IOlechthin, Der
rund Hiefür Kiegt darin, daß der Vermieter erft mit der Rückgabe in der Lage ift, den
Buitand der Mietjadhe zu prüfen. Die Anfprüche des Mieters dagegen beginnen
anmittelbar mit, der Beendigung des Mietverhältnifjes zu verjähren. Unter diejer Be-BE
 aber ift nur die rechtlidhe, nicht die tatfächliche Beendiaung zu verfteben. Dal.
DL®S. Frankfurt, Recht 1907 Ir. 440.
3. Die Borichrift des Abi. 3 wurzelt in einem analogen Prinzipe wie $ 224.
4, 8 558 {Oließt als Sb die Anwendung deS & 852 aus, val. ROES.
Bd. 62 S. 329, f. aber au Mitteljtein . 296.
5. Hervorzuheben ift ferner, daß fih der tieter ungeachtet einer bereit3 eingetretenen
 Verjährung bezüglich der von ihm gemachten SBermendungen dur Aufcedhnung
 mit dem von ihm 3zu entrichtenden Mietzinje befriedigen kann (8. II, 177).
6. Durch die Bean der verfönlihen Forderung de8 Vermieters wird diefer
natürlich nicht gehindert, jeine Befriedigung hinfichtlich der veriährten Jorderung in dem
Bfande zu juchen.
7. Hinfichtlih der Baht vol. OLG. Dresden in MNMeumann, Sahrb. Bd. 4 S. 179
and Tächt. DLG. Bd. 29 S. 241.
‚8. Beränderungen im echte an der Sache fallen nicht unter $ 558, der nur
Jachliche Veränderungen und Veridohlechterungen im Auge hat, f. Nipr. d. OLG. (Ham
aura) Bid. 14 S. 25.

')

8 559.*)
Der Vermiether eines Grundftücks Hat für jeine Forderungen aus dem
Miethverhbältniz ein Pfandrecht an den eingebrachten Sachen des Miethers. ür

*) Siteratur: Siber, Da? gejeblihe Pfandrecht des Vermieters, deS Verpächter®
und des Gaftwirtz nad dem BGB. 1900 (©. Fiidher, Zmwanglofje Hefte); Hüulsberg, Das
Pfandrecht des Bermieters nad dem BGB., Berlin 1907; Frande, Zum Pfandrechte des
Rermieter&, Gruchot, Beitr. Bd. 51 S. 556; Qipbmann. Das Pfandrecht des Vermieters
            
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