thumbs: Nationalökonomie (1.1915)

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.Nngswesens ist dort ein Sozialist. Dadurch ist viel Verwirrung 
irbeigeführt, und Leute, die jene Länder nicht aus eigener An- 
hauung kennen, lassen sich daher durch Schriften, namentlich 
aitungen verleiten, dort eine so große Verbreitung sozialistischer 
leen anzunehmen, wie sie tatsächlich nicht existiert. Nach unserem 
prachgebrauche, der hier durchaus korrekt ist, wird erst der als 
»zialist anzusehen sein, welcher das Kollektiveigentum als die 
egel, Privateigentum nur als Ausnahme verlangt, während der, 
elcher eine Erweiterung des Staats- und Gemeindebesitzes verlangt, 
weit derselbe nur eine Ausnahme bleibt, um bestimmte Zwecke 
;sser erreichen zu können, den individualistischen Boden nicht ver- 
St; sonst kommt man eben dazu, Jeden als Sozialisten zu be- 
ichnen und ihn eventuell damit zu diskreditieren, der irgendeine 
eränderung unseres KErbrechts oder unserer Besitzverhältnisse 
strebt. 
Hier sind wir aber bereits zu dem Punkte gelangt, wo wir den Kommunismus 
ısdruck „Kommunismus“ von dem des „Sozialismus“ scheiden müssen, 
‚mn wir können in keiner Weise die Behauptung Georg Adlers 
ı. W. d. St.) und Grünbergs (Wörterb. der Volkswirtschaft) als 
chtig anerkennen, daß in dem gegenwärtigen Sprachgebrauch beide 
ısdrücke als völlig gleichbedeutend angenommen werden, wenn auch 
zugeben ist, daß früher eine solche Scheidung gewöhnlich nicht ge- 
acht wurde. Niemand bezeichnet heutigen Tages Marx, Lassalle 
W. mehr als Kommunisten; jeder nennt sie dagegen Sozialisten. 
isenhart hält allerdings die Ausdrücke nicht genügend aus- 
aander. Mit vollem Rechte spricht R. Stammler von einer kom- 
anistischen Richtung im Anarchismus, während ein sozialistischer 
aarchismus ein Unsinn ist. Der Sozialismus setzt einen fest or- 
nisierten Staat voraus, der Anarchismus dagegen negiert denselben. 
mmunismus aber kann ohne staatliche Regelung bestehen. Es 
ıß deshalb hier ein ganz bestimmter Unterschied vorliegen, und er 
heint uns nicht schwer zu finden. Kommunismus ist nichts anderes 
3 Gütergemeinschaft; eine Gesellschaft, in der völlige Gütergemein- 
haft herrscht, ist eine kommunistische. Die Gütergemeinschaft kann 
‚er eine vollständige oder eine unvollständige sein. Sie kann sich 
ı£ bestimmte Güterkategorien beschränken. Kin sozialistischer Staat 
ımn Kommunismus an den Produktionsgütern durchführen, wie das 
lerdings erstrebt wird. Es kann andererseits bekanntlich kom- 
unistischer Gemeindebesitz bestehen, während daneben beschränktes 
‚aatseigentum und ausgedehntes Privateigentum die Grundlage in 
Tr Kigentumsverteilung bildet und daher von einem sozialistischen 
ante gar nicht die Rede ist. Der neuere sogenannte wissenschaft- 
;he Sozialismus erstrebt nur Verstaatlichung der Produktionsmittel, 
cht_ aber der Konsumtionsmittel. Wenn aber auch die letzteren 
ır Kollektivierung gezogen werden, so bildet sich allerdings ein 
Ulständiger Kommunismus aus, der also das äußerste Extrem des 
‚zialismus nach dieser einen Richtung ausmacht. | 
Es scheint uns aber nicht die Behandlung des Eigentums allein a en 
s Maßstab für die Anwendbarkeit des Begriffes Sozlalismus ange- "schaftlichen 
hen werden zu können. Ganz allgemein tritt in der sozialistischen Betriebes. 
ichtung das Streben hervor, den privatwirtschaftlichen Betrieb 
ırch den staatlichen oder gesellschaftlichen zu ersetzen, um die 
gie Konkurrenz einzuschränken oder zu beseitigen. Die Art der 
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