Der Verfall der Ämter im 17. Jahrh. u. die Reformbestrebungen.
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In gleicher Weise wie im vorigen Jahrhundert zeigt sich mithin
^^•e Ähnlichkeit der gewerblichen Entwickelung Revals mit der
^'Sas, denn auch hier treten wie in Riga die \ erbindungen der
Töpfer, der Drechsler, der Corduaner, der Knopfmacher, der Rade-
^acher zuerst im 17. Jahrhundert auf. Zusammen mit den 17
bereits bekannten Ämtern würde Reval in dieser Zeit nicht mehr
28 Ämter gehabt haben gegen die 39, die in Riga nachgewiesen
^(^rden konnten.
Von den schon bestehenden und im Laufe des 17. Jahrhunderts
errichteten Ämtern Hessen ihre Schrägen abermals bestätigen,
öezw. mit gewissen V eränderungen erneuern :
1635: die Goldschmiede;
1645: „ Mündriche;
1654, 1662: die Maler;
1665; Knochenhauer;
1665: „ Schneider;
1665: „ Kürschner;
1663: „ Schuhmacher;
1668: „ Häcker;
i668: „ ¡Opfer;
1668: „ Sattler;
if)68: „ Kupferschmiede;
1683, 1691 : die Maurer und Steinhauer.
Bruderschaften der (Gesellen werden ohne Zweifel in Reval
^^enfalls existirt haben. Doch sind uns Schrägen, bezw. Abschriften
T^fselben, nicht zu Gesicht gekommen.
Über Dorpat sind wir aus dieser Periode besser als in der von
^^rgehenden unterrichtet. Es bestanden nachweislich die Ämter der
Knochenhauer seit 1613;
Gold- und Silberarbeiter „ 1640;
Tischler « ^083,
Häcker » ‘Ö93;
Hutmacher w 1694.
Nur von (lein Sehnigen des erstgenannten Amts hat sich keine
^“'"le erhalten, von den ührlgen haheii wir die Absehriften in
^''oelers Sammlung. Einzelne dieser Äinler Hessen sich im kaufe
siehzehnten Jahrhunderts ihre Privilegien neu bestätigen, andere
den, vorigen Jahrhunderte uns bekannt gewordene suchten
nach. So werden abermals anerkannt die Schrägen der
Leineweber 1Ò34;