13. Die Düsseldorfer Gewerbe- und Industrieausstellung von 1902. 409
genieure unserer Zeit, hatte, mit der tatkräftigen Unterstützung zahlreicher Männer
aus der Industrie und aus anderen Berufszweigen, die Ausstellung des Jahres 1902
geplant, gefördert und so glänzend durchgeführt, daß sie in den industriellen Kreisen
der ganzen Welt als ein Ereignis ersten Ranges betrachtet wurde. Besonders
wirkungsvoll hatten ihm zur Seite gestanden die Geschäftsführer der großen wirt
schaftlichen und technischen Vereine, die in Düsseldorf ihren Sitz haben, General
sekretär Dr. Beumer und Ingenieur Dr.-Ing. Schrödter. Dr. Beumer
besonders hatte in seiner Eigenschaft als Mitglied des Reichstages und des Hauses
der Abgeordneten der Ausstellung manche wertvolle Dienste leisten können.
Alle Industrien waren in würdigster Weise in der Ausstellung vertreten. Was
aber die rheinisch-westfälische Montanindustrie, die Eisen- und Stahlindustrie und die
Maschinenindustrie geleistet haben, war noch niemals vorher in einer Ausstellung er
reicht worden. Diesen Industrien wurde die höchste Bewunderung des In- und
Auslandes gezollt.
Zu dem Gesamterfolg der Ausstellung ■— sie hatte u. a., im Gegensatz zu allen
anderen Ausstellungen der neueren Zeit, mit einem Überschuß von weit über eine
Million M abgeschlossen — hatte wesentlich auch die Verbindung mit der inter
nationalen Kunstausstellung beigetragen. Auch die Leitung dieser Ausstellung lag
in den Händen eines Mannes, der sich bereits bei der Ausstellung im Jahre 1880
als Organisator bewährt hatte, des hochbegabten, verdienstvollen Künstlers, Professors
Fritz Roeber.
Das große Unternehmen hätte aber nicht in der Vollkommenheit und mit dem
großen Erfolge durchgeführt werden können, wenn nicht auch die Gemeindever
tretung der Stadt Düsseldorf mit höchster Opferwilligkeit stützend und fördernd mit
gewirkt hätte.
Hier war es der Oberbürgermeister Marx, der, wesentlich unterstützt von dem
der Gemeindevertretung angehörenden Geschäftsführer des Vereins Deutscher Eisen
hüttenleute Dr Schrödter, mit vollem Verständnis, mit weitem Blick und uner
müdlicher Tätigkeit und Energie dafür eingetreten war, daß seitens der Stadt mit
sehr bedeutenden Mitteln eingegriffen wurde, um das Zustandekommen und den
glücklichen Verlauf der Ausstellung zu sichern.
Wo so viele durchaus hervorragende Kräfte einmütig zusammengewirkt hatten,
konnte der Erfolg nicht fehlen. Die Ausstellung des Jahres 1902 bildet ein Ruhmes
blatt von höchster Bedeutung in der Geschichte der rheinisch-westfälischen Industrie,
ein Gedenkblatt zugleich für die großen Verdienste, die sich der Geh. Kommerzienrat
L u e g durch die glänzende Leitung dieses großen Unternehmens um die rheinisch-
westfälische Industrie erworben hat.
Die Ausstellung hat gezeigt, was Großes und Gewaltiges im Interesse der
Kultur und der Menschheit im allgemeinen durch das Zusammenwirken von Kapital,
Intelligenz und Arbeit geleistet werden kann. Auch die deutsche Arbeit, die
deutschen Arbeiter haben durch diese Ausstellung einen großen Triumph er
rungen. Wer den Inhalt der Pavillons, man kann fast sagen der Paläste der ein
zelnen großen Werke und der anderen großen und weiten Hallen gesehen hat, be
sonders wem es gegeben war, die Ausstellungsobjekte der mächtigen Maschinenhallen
mit einigem Verständnis im einzelnen zu erfassen, der hat erkennen müssen, daß der
deutsche Arbeiter erfolgreich den Wettbewerb mit den besten Arbeitern der
Welt und der ältesten Industrieländer aufzunehmen berechtigt ist.
Was in Düsseldorf ausgestellt war, das zu leisten, war